Samstag, 10. Mai 2014

Queenstown - Der Ort der unbegrenzten Möglichkeiten

******Der Wahnsinn hat einen Namen******

So kam ich unerwartet früh in Queenstown an und suchte mir ein Hostel für die nächsten 4 Nächte. 
Meine Wahl viel auf Deco Backpackers. Es roch ein wenig streng in den Fluren, an sich war es aber sehr sauber und die Leute sehr nett. Etwas plan- und ratlos was ich nun hier tun sollte, schaute ich mir die Stadt an, rollte durch die Straßen und machte mir Gedanken, was ich nun so die nächsten Tage tun wollte. 
Der Blick von meinem Hostel auf den Lake

Resultat: ein Couch'n Cruize trip zu den Milford Sounds und der Nevis 134m Bungy Jump. Man hat hier bei weitem noch viel mehr Möglichkeiten seine Zeit kostenspielig und spaßig zu verbringen, von Jet boating, über Paragliding, Canyoning und Rafting, Flights über die Milford Sounds, Mount Cook und die Gletscher...und nicht zu vergessen ein einzigartiges Nachtleben! Aber ich für meinen Teil hatte mein Restbudget damit vollständig ausgeschöpft.
Was die Sprünge angeht war es anfangs gar nicht so einfach sich zu entscheiden. Da gab es die "harmlosen" Sprünge zwischen 40-50 Metern, den Nevis Bungy oder die Nevis Swing und die bekannte Canyon Swing mit 70 Metern freiem Fall. Ich suchte Rat und sprach mit ein paar Leuten und schlussendlich lies mich folgende Aussage meine Entscheidung treffen: 
Swings are for girls; Jumps are for men !!!!! Need I say more!
Nungut, damit war es beschlossene Sache! :) Es versprach ein aufregendes Wochenende zu werden!

Am Freitag um 07:30 Uhr ging es mit dem Bus los zu den wunderschönen Milford Sounds. Ganze 4 Stunden Busfahrt, einige Lookouts und elendig viele Kommentare des Busfahrers dauerte es bis wir am Hafen ankamen und on board gingen. Hier lernte ich Felix aus Schweden und seine Kumpels aus Italien, Amerika, Irland und England kennen. Eine angenehme, lustige und sehr internationale Gruppe junger Kerle, die sich in den vergangenen Wochen beim Weinmachen kennengelernt hatten. 
Die Aussichten, das Wetter, das Feeling, alles passte und so hatte ich einen langen aber super guten Tag! 




photobomb! :D

Abends besuchte ich ein Irish Pub und genoss Livemusik in netter Gesellschaft.
Dann kam der Samstag. Ich war morz aufgeregt, hatte mir bereits gefühlte dreimillionen Mal das Video des Bungy Jumps im Internet angesehen, heute war ich dran. 
Ich wurde gewogen, beschriftet und in einen Bus eingeladen. "Hey Lisa, you are the only one doing the jump this morning, are you cool with that? Or do you want to wait until afternoon to join another group?" Suuper, das machte mir Mut! :D Aber ich wollte los! Die anderen Mädels im Bus machten alle bloß die Swing auf halber Höhe, ich wollte es dennoch durchziehen und richtig krachen lassen, auch alleine. 
Die Crew war sehr cool, sie erklärten mir alles ganz genau, schnallten mich fest und schneller als ich schauen konnte stand ich in der Gondel. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Bevor es wirklich los ging, fragten sie mich, ob ich meine Taschen ausgeleert und meine Schuhe festgeschnürt hätte. Der Meinung war ich, fälschlicherweise wie sich herausstellen sollte (Erklärung folgt). Der junge Mann, der vor mir gesprungen ist, hat auf dem Weg nach unten einen seiner teueren Hiking Boots verloren, ärgerlich! :D 
Nun aber Butter bei die Fische! Der letzte Karabiner klickte, das Seil hing bereit, ab hier lag es an mir. Ich stand auf der Platform, riskierte einen Blick nach unten und wunderte  mich sehr, ja ich war fast ein wenig enttäuscht. Da ging es nun hunderte Meter bergab, ich hatte mich auch extremes Bauchkribbeln und Panikattacken gefreut, da ich normalerweise Höhenangst habe, aber ich fühlte nichts! Es war verrückt! Lediglich ein geringes Maß an Nervosität machte sich breit.
Ich atmete tief ein.
...3...2...1...LOS!
Und ich sprang und fiel, und fiel, und fiel...und wurde aufgefangen! Ein unglaubliches Gefühl, alles geht so wahnsinnig schnell, man weiß nicht wo man hinschauen soll, man kann keinen klaren Gedanken fassen, alles schießt an einem vorbei, der Boden kommt näher, verdächtig nahe, wenn man die Geschwindigkeit bedenkt, dann wird man mit einem sanften Ruck zurückgezogen, bevor man ein zweites Mal fällt, es gibt einfach nichts vergleichbares! Nach dem zweiten Fall zog ich die Reißleihne an meinen Füßen und baumelte jetzt wie in einer Schaukel in diesem riesigen Abgrund herum, währenddessen mir die Sonne mein glücklich strahlendes Gesicht belohnend wärmte. Ich liebte es und hätte ich das Geld gehabt, ich wäre sofort ein zweites Mal gesprungen! Eindeutig ist das mein Adrenalinhighlight der gesamten Reise! Wer die Möglichkeit haben sollte, macht es! :)




...und weg

BEST EEEEVER!!!!
Achja, bevor ich es vergesse, hier noch die Erklärung, warum ich wirklich großes Glück gehabt habe! Als ich mit beiden Beinen wieder in der Gondel stand und abgeschnallt wurde, wunderte ich mich, was da in meinem Ärmel herumbaumelt! Ich schaute nach und bekam einen kurzen Schreck! Es war mein Hostelschlüssel, den ich wohl in meinem Pullover vergessen hatte, als ich gesprungen war, und der glücklicherweise in diese Richtung gerutsch und nicht hersusgefallen war! :D

Nun verbringe ich noch einen letzten Abend hier in Queenstown und treffe mich mit der netten Gruppe von den Milford Sounds zum Feiern. Morgen nehmen mich eben diese mit nach Wanaka, wie es der Zufall will. :) 
Das Glück ist wieder auf meiner Seite! 

random
der Ausblick Von Nevis: Swing und Bungy
nach Elena's Empfehlung testete ich den weltweit bekannten Fergeburger, zurecht so begehrt!
skypen mit den Liebsten :)

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