Samstag, 3. Mai 2014

Abel Tasman Nationalpark

Mit festgeschnürrten Wanderschuhe, warm eingepackt in Pullover und Regenjacke und ein Rucksack voll mit Proviant, so stand ich am Morgen parat zum Aufbruch in den Abel Tasman Nationalpark. Chris fuhr mich hin, ich kaufte mir ein Ticket für das Water Taxi und wartete bis zur Abfahrt. Bis dahin waren es noch mehr als 50 Minuten, also schaute ich mich mal um. Wintersaison, das bedeutet, dass viele Geschäfte und Cafés geschlossen haben, Zeit der Geisterstädten. 
Um 09:30 Uhr wurde ich mit ein paar anderen Touris in ein Boot eingeladen und an's Wasser gefahren. Unser Guide legte los, jedoch konnte die Fahrt nicht annähernd mit dem gestrigen Erlebnis mithalten. Er zeigte uns ein paar sehenswerte Felsen, Pinguine und Seelöwen, dann sprang ich am Barks Bay raus, um die 20k bis zum Anfangspunkt in Marahau zurückzuwandern. Da hatte ich mir was vorgenommem und blöderweise hatte ich meine Taschenlampe vergessen...
Schon als ich aus dem Taxi ausstieg war mir klar, dass sich die 40$ für den ride gelohnt hatten! Der erste Strand war bereits unfassbar schön! Blau-grün-türkis-farbenes glasklares Wasser auf goldfarbenem Sand, ein Strand bei Flut kaum 3 Meter breit, bevor er von gesättigtem Grünland abgelöst wird. Ich folgte dem Trek über Hügel und Berge, durch tiefsten Dschungel und menschenleere Sandstrände, sah komische Vögel, die auf einem Bein herumsprangen und einen Affentanz veranstalten, hinweg über Hängebrücken, Stock und Stein. 
Da ich gut draufhielt, schaffte ich es pünktlich zur Dämmerung am Ziel anzukommen und kontaktierte Chris, damit er mich abholt. 





Ich wartete. Und wartete und wartete. Es wurde dunkel und kalt, keine Menschen waren nun mehr unterwegs, bloß ich saß noch hier. Mittlerweile war es stockdunkel, ich konnte nichts mehr sehen, bis eine SMS von Chris kam. Er war im Haus am arbeiten und hatte Zeit und Handy aus den Augen verloren. Als er ankam entschuldigte er sich mit einer leckeren Portion Fish 'n Chips in einem Outdoor Café. 
Zu Hause nahm ich eine heiße Dusche und die Welt war wieder in Ordnung! :) Ich kuschelte mit der Katze bis ich müde aber sehr zufrieden einschlief. 9 Stunden später erst war ich wieder unter den Lebenen, machte meinen Backpack startklar und wurde von Chris an einen guten Spot zum hitch hiken gebracht. 2 1/2 tolle Tage waren zu Ende und ich würde heute versuchen in Richtung Franz Josef Glacier zu kommen. Ein paar Minuten, nachdem ich mich von Chris verabdchiedet hatte, hielt Collin an und nahm mich ein Stück mit. Er war gut gekleidet, das war sein Job. Was genau er machte verstand ich zwar nicht, aber irgendetwas in der Fashionbranche. Das erklärte auch die Wahl seiner Schuhe. Er trug schwarze Wildlederschuhe, die nach vornehin spitz zuliefen. So schick diese auch waren, als er mir half meine Sachen einzuladen fiel der Absatz ab und wir mussten herzlich lachen! Da er nach Christchurch fuhr und ich die Westküste hinunter wollte, trennten sich unsere Wege an einer Gabelung. Und an dieser sollte ich eine ganze Weile stehen bleiben. Nach mehr als einer Stunde hielt ein älteres Paar an, sie konnten mich leider nicht mitnehmen, da sie in eine andere Richtung fuhren. Also wartete ich weiter. Dann, irgendwann hieltein älterer Herr an. Zwar fuhr auch er nicht exakt in meine Richtung, aber zumindest würde ich so hieraus diesem Loch kommen, also stieg ich ein und erst kurz vor Westport wieder aus. Ein weiteres Mal für diesen Tag streckte ich meinen Daumen raus, bis wenig später ein silberfarbener Toyota hielt, der mir irgendwie bekannt vorkam. Es war wieder das nette ältere Ehepaar von zuvor! Wir amüsierten uns über diesen Zufall. Sie hatten sich verfahren und mussten nun in die selbe Richtung wie ich, somit passte wieder alles. Die zwei waren richtige Goldstücke, ein couple aus Westaustralien, wahnsinnig süß. Ich hoffe eines Tages mal zu sein wie sie! :) Es fühlte sich fast an, als seien es meine eigenen Großeltern. Sie scherzten viel. Zusammen schauten wir uns die Pancake Rocks an.

Abends erreichten wir Hokatiki, wo ich mir ein Hostel suchte, in dem ich gerade sitze, eingekuschelt in einer Decke im Gemeinschaftswohnzimmer, währenddessen die anderen einen Film schauen und Tee schlürfen. Morgen geht's zum Franz Josef Gletscher und den Tag darauf werde ich, wenn aes gut läuft den Fox Glacier bezwingen. 

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