Samstag, 3. Mai 2014

Gisborne

Es hat nicht mal 30 Minuten gedauert, da hielt der erste Trucker an und nahm mich ein Stück mit. Über Funk informierte er seine Kollegen und wartete ab, ob mich jemand weiter mitnehmen könnte. An einer Tankstelle hielt er an und organisierte mir einen lift nach Waiora, halbe Strecke bis Gisborne. Neil, der Fahrer, lud mich und meinen Backpack in seine Truck und los ging's, er erledigte auf dem Weg noch ein paar Auslieferungen, ich durfte zuschauen. :) In Waiora angekommen ging es Schlag auf Schlag, mein Backpack wurde auf den nächsten Trailer geschmissen schwups saß im Fahrerhaus. Die Trucker sind alle wahnsinnig lieb und hilfsbereit, es hat sich wohl auch schon herumgesprochen, dass da ein junges Mädel aus Deutschland herumtourt und über jeden lift dankbar ist. Ray, der nächste Trucker erklärte mir viel über die Gegend, zeigte mir ein paar hübsche Lookouts und bretterte mit seinem Riesentruck durch engste Kurven und über steilste Berge, alles total relaxt. Nicht umsonst heißt ein Stück des Highways the devils elbow. Ray machte seine Sache sehr gut und ich fühlte mich sicher. 
Die Gegend hier ist wunderschön! Überall liegen glasklare Seen und Berge mit Schafen, Kühen, Ziegen und Pferden, die sich im Wasser spiegeln, alte Brücken und kleine Dörfer. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. 
Zu guter Letzt, bereits am Eingang von Gisborne, nahm mich ein alter Kühlschrankverkäufer, bereits im goldenen Alter, mit in die Stadt, bot mir an mein Gepäck in seinem Shop zu lagern und mir ein Bild von seiner Heimat zu machen. Das tat ich gerne und es wurde ein wunderschöner Tag in einer hübschen kleinen Stadt. Abends holte ich meine Sachen wieder ab, quasselte noch kurz mit seiner Frau, die kaum glauben konnte, dass ich alleine unterwegs war, und verabredete mich dann mit Rory, meinem couchsurfing host für die nächsten 2 Tage und Nächte. Er holte mich nach der Arbeit ab und zeigte mir sein Reich. Wer ein Nirvanaplakat und den Songtext von Stairway to Heaven im Wohnzimmer hängen hat, kann doch nur cool sein, oder was meint ihr? Er ist Handwerker, wohnt in einem kleinen Haus zusammen mit einem Mitbewohner und seiner zuckersüßen Hundedame Zaggy, die mich sofort nach Ankunft in Beschlag nahm. Abends kam noch Karl, ein Freund von ihm, vorbei und zu dritt zogen wir ein wenig um die Häuser. Karl würde am nächsten Tag Richtung Wellington aufbrechen und bot mir an mich mitzunehmen, es würde ein kleiner Roadtrip werden. Das klang doch gut! Damit war die Sache geritzt. 
Am nächsten Tag, Anzac Day (Nationalfeiertag in Australien und Neuseeland am Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen sowie Soldaten aus Tonga im Ersten Weltkrieg), düsten wir los und besuchten einen seiner Freunde in Napier, der als Chef Koch in einem Restaurant arbeitet und hatten somit das Glück Freiverzehr zu genießen. ES WAR EIN GAUMENSCHMAUSS! Und so massig, dass ich noch fast den ganzen nächsten Tag davon zu zehren hatte. Auf der Weiterreise nach Wellington besuchten wir noch ein paar Freunde und sein Patenkind, gerade 15 Wochen alt und zuckersüß!! Hier blieben wir 2 aufregende Tage bevor wir nach Wellington fuhren. Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Für meinen Geschmack ganz hübsch, jedoch verkehrstechnisch die reinste Irritation aus one way streets und Baustellen. Irgendwie haben wir uns doch noch zurecht gefunden und ein wenig umgeschaut. Ja, und dann war es wieder soweit, goodbye friend! Karl fuhr zurück nach Gisborne und ich checkte in's Hostel ein, um am folgenden Morgen die Interisland ferry Richtung Southisland zu nehmen. 

auf dem Weg nach Welly :)

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