Nach meinem dritten und vorerst letzten Aufenthalt im wunderschönen Wanaka machte ich mich auf Richtung Mount Cook. Gerade als ich mich an die Straße stellte und den Finger hob hielt ein Auto an. Ein Mann kam auf mich zu und zückte seine Geldbörse. Na, was soll das denn werden?! Er zeigte mir seine Dienstmarke und fragte mich, ob ich oft hitch hike. Nunja, bereits seit fast 6 Wochen nahezu täglich, um ehrlich zu sein. Ich rechnete damit, dass er mich verwarnen würde, denn ich war mir nicht sicher, ob trampen hier in NZ überhaupt erlaubt war (in vielen Teilen Australiens ist es strikt verboten!). Aber das war nicht der Grund für sein Anhalten. Nein, er hielt mir eine Standpauke darüber, dass ich sehr vorsichtig sein und gewisse Sicherheitsvorkehrungen treffen soll. Danach wünschte er mir noch ganz viel Spaß und einen tollen Trip. Mh. Etwas verdutzt machte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte. Nach ein paar Minuten hielt ein junger Kiwi an und nahm mich mit nach Cromwell, ein kleines Stückchen in die richtige Richtung. An einer Brücke setzte er mich ab, der Spot war nicht schlecht, aber es hielt einfach keiner an. Ich wartete 1 Stunde und hatte die Hoffnung schon fast verloren. Ein Pickup fuhr an mir vorbei, die Insassen starrten mich an, bremsten jedoch nicht, also schaute ich wieder in die Ferne. Plötzlich hörte ich Reifenqietschen, der Pickup setzte zurück, bis er kurz vor mir anhielt. "Wo musst du hin?" "Mount Cook!" "Na los, sping rein!" :) Yay! Es ist ja schon richtig cool, wenn jemand für mich anhält. Aber wenn jemand erst vorbeifährt, man gar nicht mehr damit rechnet, das Auto dann doch noch umdreht, das ist unbeschreiblich schön! Total happy stieg ich ein. Die beiden Schafscherer fuhren zwar nicht bis an mein Ziel, jedoch zumindest wieder ein wenig weiter. Unterwegs telefonierten sie mit ihren Kollegen und organisierten mir so einen weiteren lift. Es war ziemlich lustig! Auf einem Parkplatz wechselte ich das Auto und stieg bei 4 durchgeknallten Maoris ein, die zuvor 3 Amis einen lift gegeben hatten, die nun bei meinem ersten lift einstiegen. :) Die Fahrt war sehr spaßig und als wir Lake Pukaki erreichten musste ich raus.
Von hier aus war es nun wirklich nicht mehr weit und bald fand ich meinen 4. lift für diesen Tag, der mich an mein Endziel brachte: Mount Cook. Ich checkte in's YHA ein, traute meinen Augen nicht, als ich die Zimmerpreise sah, und ging auf den Schock eine Runde spazieren.
Die Aussichten waren atemberaubend! Auf der einen Seite sah man noch den unglaublich blauen Lake Pukaki währenddessen sich der anderen Seite riesige Berge mit schneebedeckten Gipfeln in den Himmel ragen und die Sonne langsam hinter sich untergehen lassen. Ich lief zum I-Site, um mir ein paar Informationen zu besorgen. So plante ich 2 Tracks für den folgenden Tag, erst zu Point Kea und anschließend zu Hooker Valley, von wo aus der Blick auf Neuseeland's höchsten Berg, Mount Cook/Aoraki einzigartig schön sein soll. Auf die Frage nach dem nächsten Supermarkt bekam ich nur ein müdes Lächeln entgegnet. "Einen Supermarkt gibt es hier nicht." Wow, das ist nicht wirklich gut. Mal überlegen: Ich hatte noch etwas Couscous, 2 Müsliriegel, eine kleine Dose mit undefinierbarer Pampe aus Gemüse und Soße, einen Apfel und das steinharte Endstück eines Barguettes übrig. Soll für 2 Tage reichen. Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als mich damit zufrieden zu geben.
Abends genoss ich einen Saunagang im Hostel. Das war auch das Mindeste für den Preis! Außerdem traf ich ein paar liebe Backpacker, mit denen ich abends noch über sämtliche Weltgeschichten quatschte. Danach folgte ein Tag voller Wanderungen, tollen Aussichten und Eiseskälte. Es hat sich gelohnt!
Abends in der Sauna konnte ich mich anschließend wieder aufwärmen und nach einer heißen Dusche fiel ich bald in den Tiefschlaf.
Ruckzuck war es wieder morgen und bei dem Blick aus dem Fenster erschrak ich kurz, denn da draußen herrschte Frost! Ohweija...ich zog mich so dick und warm es ging an, stärkte mich mit Couscous, gezuckert mit Apfel (in der Not schmeckt alles! ;) ) und lief zur Straße, um irgendwie zu meiner nächsten Station, Lake Tekapo zu kommen. Von weitem hatte ich mir einen guten Spot ausgeguckt, bevor ich dort jedoch ankam hielt schon ein Auto an. "Heute läuft's wohl!", freute ich mich! Das nette amerikanische Couple nahm mich mit bis nach Twizel. Selbes Spiel hier! Ich lief zu einer guten Stelle und auf halber Strecke sammelte mich mein nächster lift ein. Ich hatte wirklich einen guten Tag und so kam ich bereits zur Mittagszeit in Lake Tekapon an.









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