Sonntag, 13. April 2014

Ein perfekter Tag im Norden

Die erste Nacht im Hostel war ein Traum aus weicher Matratze, kuscheliger Decke und Karaokegesang aus dem gegenüberliegenden Pub. Weil die Uhr in der Nacht umgestellt wurde, durfte ich sogar eine Stunde länger schlafen. Aber ich hatte sowieso nie eine Ahnung davon wie spät es war, welcher Tag oder welches Datum gerade auf dem Kalender stand. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert. 
Das Hostel war wirklich spitze, etwas älter aber super schön, ein bisschen verwinkelt und sehr gemütlich. In jeder Nische gab es irgendetwas zu entdecken. Ausgeschlafen und erholt kraxelte ich am Morgen die Treppe zur gemeinschaftlichen Küche hinauf, schaute in den Kühlschrank, was meine Essenstüte so herzugeben hatte, kochte Tee auf und genoss die Morgensonne auf dem großen Balkon, der mich durch violettfarbene Blüten über's Meer blicken ließ. Ein Anblick, an den man sich gewöhnen könnte! 
Mit halbvollem Margen (bei ausgebrannten Backpackern ist das normal ;) ) starteten Marion und ich mit 2 Fahrrädern, die wir uns von der Rezeption ausgeliehen hatten, los zu den Haruru-Wasserfällen. Es war schon eine ganze Weile her, dass ich einen Drahtesel bewegt habe, aber es klappte ganz gut, nur die Ausdauer fehlte mir ein wenig. Die Hälfte des Weges fuhren wir mit dem Rad, die andere Hälfte wanderten wir. Der Weg war wirklich schön, kühl, direkt am Wasser gelegen, über Brücken und enge Pfade, bergauf und bergab. 

Nach ca. 8ks erreichten wir die Haruru Falls. Nunja, um ehrlich zu sein hatte ich mir etwas mehr erhofft. Noch bevor wir sehen konnten, was uns erwartet, hörten wir eine riesige Menge Wasser plätschern. Also gingen wir davon aus, dass die Attraktion auch gewaltig, oder zumindest groß sein würde. Im Endeffekt war das Spannendste nicht der Wasserfall, sondern 2 freche Enten, die einen Kampf mit meiner Bananenschale anzettelten. 


Wir wanderten zurück und verbrachten den Tag am Strand. Hier war es wirklich wunderschön, klares blau-türkisfarbenes Meerwasser, ein paar Segelboote, dazwischen Marion, die sich ein Kajak ausgeliehen hatte, die saftig grünen Inselreihen, die der Gegend ihren Namen verleihen, Bays of Islands, ein hübsches Bild! 
Ich streckte die Plauze in die Sonne und schaute den Hippies und Backpackern beim Ballspielen zu oder las ein wenig, lauschte der Musik im Hintergrund, die aus dem Kajakverleih trällerte. Ein Bus mit Aufschrift "Have a nice day" fuhr vorbei. Danke, den habe ich! :) Bis jetzt war er perfekt. Im Großen und Ganzen erinnerte mich das hübsche Paihia an die Hafenstadt Port Douglas im Nord-Osten Australiens, wo ausschließlich die Reichen und Schönen unterwegs waren. Und genau darin lag der Unterschied: Paihia war mindestens genau so schön und prachtvoll, allerdings waren die Leute wesentlich entspannter, ohne viel Glanz und Glamour. Man fühlte sich nicht wie eine Parzelle, die hier eigentlich nicht hingehörte.
Es wurde langsam Abend und damit etwas kühler. Wie eine Solarzelle fing ich die letzten Sonnenstrahlen ein und ging dann zurück zum Hostel. Duschen, zu Abend essen, packen, ab in's Bett und am nächsten Morgen auschecken, die typische Reihenfolge. Ich verabschiedete mich von Marion, die mit dem Bus weiterreiste und traf mich mit Lars, den ich aus Whangarei kannte. Zusammen wollten wir versuchen bis zum Cape Reinga zu trampen.

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