Freitag, 9. Mai 2014

Planänderung

Nach einer angenehmen Nacht im Hostel startete ich am Morgen darauf los, buchte einen Trip zum Fox Glacier (leider wurden einige Trips aus dem Programm genommen, da sich der Gletscher verändert hat :-/ somit keine allday tour, dafür den 3-stündigen Quickfox) und streckte den Daumen raus. Plötzlich kam erst ein anderer Backpacker, kurz darauf noch 2 weitere in "mein Gebiet". Normalerweise freut man sich über Gleichgesinnte, in dem Fall stellte es aber  Konkurrenz dar. Jedoch nicht wirklich, denn die 3 Jungs hatten es absolut nicht eilig, gesellten sich, spielten Gitarre, während sie in einem Kreis zusammen am Straßenrand saßen und sagen dazu. So war mir das lieb! :) Unterhaltung, Sonnenschein, jetzt muss nur noch jemand anhalten. Und so war es, ich bekam nach ca. 1 Stunde einen lift von einer jungen Amerikanerin zum Franz Josef Glacier, perfekt! Dort suchte ich mir ein Hostel mit Spa, free Vegg Soup, Wifi, DVDs und Popcorn. Das Glück schien mich zu verfolgen als ich ein 6er Zimmer mit Küchenzeile, eigenem Bad und Dusche für mich alleine bekam und zudem auch noch das eine Mädel aus dem letzten Hostel in Hokatiki wiedertraf und somit gute Gesellschaft für den restlichen Tag hatte. Leider wurde das Wetter schlechter und die Suppe, auf die wir sehnsüchtig gewartet hatten, schmeckte scheusslich...Als wir so gemütlich zusammen saßen ertönten plötzlich die Sirenen. Mir wurde ein wenig mulmig, keiner wusste so wirklich was vor sich ging! Wir standen alle fragend draußen auf der Straße und sahen Feuerwehrautos durch die Gegend düsen, eine Erklärung fanden wir trotzdem nicht und entschieden uns das Ganze mal zu ignorieren und hatten weiterhin einen guten Abend. 
Am Morgen darauf wurde ich wieder von den Sirenen geweckt, warum auch immer! Das Wetter war grauenvoll, es regnete und stürmte, perfekte Voraussetzungen um draußen zu stehen und einen lift zu suchen, nicht wahr? Aber ich musste weiter zum Fox Glacier. Nach einigen sehr mitleidigen Blicken diverser Autofahrer hielt ein älteres australisches couple an, schon wieder! :) Es war wie eine Art deja vu, sie waren ebenso lieb wie die Zwei zuvor! An meinem Ziel ließen sie mich an einer Tankstelle aussteigen, wo mich direkt ein Mann ansprach und fragte, ob ich eine Unterkunft suche. Er war der Besitzer des einzigen Backpackers hier und half mir mein Gepäck ins Hostel zu bringen. Leider gab es in dem Minidörfchen nicht viel zu sehen und so versuchte ich irgendwie die Zeit im Hostel totzuschlagen und auf den nächsten Tag zu warten, an dem ich den Quick Fox Trip geplant hatte. Leider war das Glück diesmal nicht auf meiner Seite, der Trip wurde des schlechten Wetters wegen gecancelt. Okay, damit hatte ich nicht gerechnet! Was nun? Das eben sind die Momente, auf die ein Backpacker gefasst sein muss, es läuft nie nach Plan und Entscheidungen müssen oft schnell und spontan getroffen werden. 
Es war 20 Minuten vor 10, Checkout time, ich hatte das Hostel ursprünglich für eine weitere Nacht gebucht, aber was sollte ich hier noch einen weiteren Tag lang machen?! Nein, ich musste handeln! Ich sprintete zur Rezeption, erklärte dem netten Herren meine Lage und bekam mein Geld zurück, packte in Windeseile alles zusammen und stand pünktlich um 10 Uhr bei Platzregen und Eiskälte am Straßenrand. Ich wollte hier weg, so schnell wie möglich und vielleicht würde ich in ein paar Tagen zurückkommen.
Nach einer guten halben Stunde sammelte mich ein irrischer Geschäftsmann ein, er hat 6 Kinder, von denen er mir all den Weg bis nach Wanaka erzählte, ebenso von seiner Frau und der Suche nach dem "place where he belongs". Den fand er nach jahrelanger Suche in Neuseelands Süden und hat diesen seither nicht mehr verlassen.
So, nun war ich in Wanaka. Hier war es paradiesisch und auch das Wetter besserte sich. Ein Ort direkt am gleichnamigen Wanaka Lake, der sich lieblich um gigantische Berge mit weißen Berggipfeln schmiegt. Es dauerte keine 2 Minuten und ich hatte mich verliebt! Also nahm ich mein Longboard und erkundete die Stadt, traf super freundliche Menschen und gönnte mir abends eine gute Zeit im Fitzpatrick's Irish Pub, zusammen mit einer ganzen Scharr junger Leute. Am Folgetag stand Queenstown auf meinem Plan. Welch Wunder, sobald ich einen Fuß nach draußen setzte fing es rechtzeitig an zu regnen. Glücklicherweise hielten schon bald 2 Backpacker und nahmen mich mit nach Queenstown. Hier hatte ich nun 5 Tage Zeit um irgendetwas anzustellen.

Samstag, 3. Mai 2014

Abel Tasman Nationalpark

Mit festgeschnürrten Wanderschuhe, warm eingepackt in Pullover und Regenjacke und ein Rucksack voll mit Proviant, so stand ich am Morgen parat zum Aufbruch in den Abel Tasman Nationalpark. Chris fuhr mich hin, ich kaufte mir ein Ticket für das Water Taxi und wartete bis zur Abfahrt. Bis dahin waren es noch mehr als 50 Minuten, also schaute ich mich mal um. Wintersaison, das bedeutet, dass viele Geschäfte und Cafés geschlossen haben, Zeit der Geisterstädten. 
Um 09:30 Uhr wurde ich mit ein paar anderen Touris in ein Boot eingeladen und an's Wasser gefahren. Unser Guide legte los, jedoch konnte die Fahrt nicht annähernd mit dem gestrigen Erlebnis mithalten. Er zeigte uns ein paar sehenswerte Felsen, Pinguine und Seelöwen, dann sprang ich am Barks Bay raus, um die 20k bis zum Anfangspunkt in Marahau zurückzuwandern. Da hatte ich mir was vorgenommem und blöderweise hatte ich meine Taschenlampe vergessen...
Schon als ich aus dem Taxi ausstieg war mir klar, dass sich die 40$ für den ride gelohnt hatten! Der erste Strand war bereits unfassbar schön! Blau-grün-türkis-farbenes glasklares Wasser auf goldfarbenem Sand, ein Strand bei Flut kaum 3 Meter breit, bevor er von gesättigtem Grünland abgelöst wird. Ich folgte dem Trek über Hügel und Berge, durch tiefsten Dschungel und menschenleere Sandstrände, sah komische Vögel, die auf einem Bein herumsprangen und einen Affentanz veranstalten, hinweg über Hängebrücken, Stock und Stein. 
Da ich gut draufhielt, schaffte ich es pünktlich zur Dämmerung am Ziel anzukommen und kontaktierte Chris, damit er mich abholt. 





Ich wartete. Und wartete und wartete. Es wurde dunkel und kalt, keine Menschen waren nun mehr unterwegs, bloß ich saß noch hier. Mittlerweile war es stockdunkel, ich konnte nichts mehr sehen, bis eine SMS von Chris kam. Er war im Haus am arbeiten und hatte Zeit und Handy aus den Augen verloren. Als er ankam entschuldigte er sich mit einer leckeren Portion Fish 'n Chips in einem Outdoor Café. 
Zu Hause nahm ich eine heiße Dusche und die Welt war wieder in Ordnung! :) Ich kuschelte mit der Katze bis ich müde aber sehr zufrieden einschlief. 9 Stunden später erst war ich wieder unter den Lebenen, machte meinen Backpack startklar und wurde von Chris an einen guten Spot zum hitch hiken gebracht. 2 1/2 tolle Tage waren zu Ende und ich würde heute versuchen in Richtung Franz Josef Glacier zu kommen. Ein paar Minuten, nachdem ich mich von Chris verabdchiedet hatte, hielt Collin an und nahm mich ein Stück mit. Er war gut gekleidet, das war sein Job. Was genau er machte verstand ich zwar nicht, aber irgendetwas in der Fashionbranche. Das erklärte auch die Wahl seiner Schuhe. Er trug schwarze Wildlederschuhe, die nach vornehin spitz zuliefen. So schick diese auch waren, als er mir half meine Sachen einzuladen fiel der Absatz ab und wir mussten herzlich lachen! Da er nach Christchurch fuhr und ich die Westküste hinunter wollte, trennten sich unsere Wege an einer Gabelung. Und an dieser sollte ich eine ganze Weile stehen bleiben. Nach mehr als einer Stunde hielt ein älteres Paar an, sie konnten mich leider nicht mitnehmen, da sie in eine andere Richtung fuhren. Also wartete ich weiter. Dann, irgendwann hieltein älterer Herr an. Zwar fuhr auch er nicht exakt in meine Richtung, aber zumindest würde ich so hieraus diesem Loch kommen, also stieg ich ein und erst kurz vor Westport wieder aus. Ein weiteres Mal für diesen Tag streckte ich meinen Daumen raus, bis wenig später ein silberfarbener Toyota hielt, der mir irgendwie bekannt vorkam. Es war wieder das nette ältere Ehepaar von zuvor! Wir amüsierten uns über diesen Zufall. Sie hatten sich verfahren und mussten nun in die selbe Richtung wie ich, somit passte wieder alles. Die zwei waren richtige Goldstücke, ein couple aus Westaustralien, wahnsinnig süß. Ich hoffe eines Tages mal zu sein wie sie! :) Es fühlte sich fast an, als seien es meine eigenen Großeltern. Sie scherzten viel. Zusammen schauten wir uns die Pancake Rocks an.

Abends erreichten wir Hokatiki, wo ich mir ein Hostel suchte, in dem ich gerade sitze, eingekuschelt in einer Decke im Gemeinschaftswohnzimmer, währenddessen die anderen einen Film schauen und Tee schlürfen. Morgen geht's zum Franz Josef Gletscher und den Tag darauf werde ich, wenn aes gut läuft den Fox Glacier bezwingen. 

This is the South Island

Früh Morgens quälte ich mich aus den Federn, um irgendwie zum Terminal der Interislander Ferries zu gelangen. Ich suchte mir eine Busverbindung, den Rest lief ich zu Fuß. Das klappte alles besser als erwartet und so checkte ich überpünktlich, backpackeruntypisch, ein und wartete bis sich die Pforten öffnen würden. Das geschah in etwa 40 Minuten später. Es war lustig, der Zugang zum Schiff ging vom Eingangsgebäude so nahtlos über, dass ich gar nicht bemerkte schon über dem Wasser zu gehen. In der Tat war die Ferry riesig, kaum zu glauben, dass das ein Schiff sein soll. Die MV Kaitaki misst fast 182 Meter und befördert täglich auf ihren 10 Decks bis zu 600 Autos und 1650 Passagiere von Wellington nach Picton. 
3 Stunden später stand ich wieder mit beiden Beinen auf festem Boden - Willkommen auf der Südinsel, hallo Picton.
Da stand ich nun, finally, aber was nun? Ich entschied mich bis nach Blenheim zu trampen. Hier hatte ich schon viel schönes von gehört. 30 Minuten wartete ich bis mich ein netter Geschäftsmann einsammelte und nach Picton brachte. Er bot mir sogar einen Job an, den ich aus Zeitgründen leider nicht annehmen konnte! In angekommen hörte ich meinen Magen knurren und so beschloss ich ganz schnell im nächsten Backpackers einzuchecken, mich danach auf mein Longboard zu schwingen und etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Auf dem Weg zum Supermarkt schaute ich mir ein wenig die Stadt an. Hier gefiel es mir. Blenheim selbst und die ganze Gegend der Marlborough Sounds ist bekannt für seine vielen Weingüter und guten Tropfen. 
Im Hostel lernte ich David kennen, der am nächsten Tag, genau wie ich, nach Nelson trampen wollte, also taten wir uns zusammen. Ein Mitarbeiter des Hostels gab uns einen lift zu einem guten Spot.
es hätte uns schlechter treffen können! :)

Zuerst hatten wir nicht so viel Glück, es dauerte locker 1,5h bis uns jemand mitnahm. Aber dann ging es strickt durch nach Nelson, ab wo ich wieder alleine weiterzog. Ich organisierte mir eine Couch, musste jedoch bis abends warten und so erkundete ich ein wenig die Umgebung und versuchte so viel herbstliche Sonnenwärme wie möglich zu tanken, bevor sie von der abendlichen Kälte überwältigt wurde. Um nicht zu frieren, verkroch ich mich für ein paar Stunden im Supermarkt, bis Chris mich abholte und in mein neues Kurzzeitzuhause brachte. Damit meine ich ein Haus in dunkelgrüner Farbe und viel Holzverkleidung, und Weinreben, die ein paar Wände zierte, wunderschön! Draußen gab es noch einige andere Gebäude. Was sich darin verbarg zeigte Chris mir dann. Werkstätten, uralte, wunderschöne Autos, Cadillacs und Motorräder, darunter eine Harley Davidson von aller feinster Sorte. Ich war sprachlos. Chris war so in seinem Element mir alles zu zeigen, dass er das Spülwasser in der Küche komplett vergas, das ungehindert fröhlich vor sich hinplätscherte und das halbe Haus unter Wasser setzte! :D 
Hier lebt also Chris, er und seine beiden Schäferhunde, sowie eine schmusrige Katze. Den Abend saßen wir zusammen und überlegten, was man am nächsten Tag machen könnte. Mit Metallica im Ohr und einem alten Atlas vor Augen entschieden wir uns einen Freund von ihm zu besuchen, der direkt an einem Fluß wohnt und ein Jet Boat hat. Na dann los!
Nach einem guten Frühstück fuhren wir 1,5h in die Nähe von Westport. Das Wetter war auf unserer Seite als wir ankamen und Punga uns begrüßte. Punga ist ein älterer Herr, Großvater, der hier draußen am Fluß lebt, alleinr und im Einklang mit sich selbst. Er erinnerte mich ein wenig an die Gestalt des Alm-Öhi, nur etwas kleiner. Sein Haus hat er komplett selbst gebaut. Ein cooles, sehr außergewöhnliches Häuschen! Bevor es aufs Wasser ging, wollte ich noch schnell auf Toilette, als ich jedoch danach fragte fingen Chris und Punga herzlichst an zu grinsen. Warum ist das so komisch? Punga zeigte mit dem Finger aus dem Fenster auf eine Blechhütte. Mh, na gut, was solls. Ich lief also hin und stellte mich auf eine normale Outdoor-Toilette ein, was mir aber erwartete, war etwas mehr als verrücktes.
Sieht zunächst noch ganz nett aus, wenn man die Tatsache vergessen könnte, dass das Ding hier eine Tür hat! Ja, ganz recht. Man schaut direkt auf den Highway! :D Das kann nicht sein ernst sein?! Ich zögerte kurz, dann war es mir egal. Kein Toilettengang zuvor war so abendteuerlich wie dieser! 
:D

Bereits belustigt ging es nun raus zum Bootfahren. Mit voller Ausrüstung legten wir das Boot in's Wasser und sofort ging es mit Vollspeed los. Da wurde das Müsli vom Frühstück einmal schön durchgeschüttelt! Aber es machte riiiesigen Spaß! Mein Actionbarrometer wurde mit Adrenalin gefühlt und stieg in's Unermessliche, sodass mir nach kurzer Zeit die Wangen nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Spannung vom vielen Lachen schmerzten. Als ich der Spaß wäre vorbei, fing er erst richtig an. "Du weißt doch, wie man Auto fährt, oder?!" Mit diesem Satz stand Punga vom Fahrersitz auf und forderte einen Platzwechsel. Wie jetzt, ICH soll fahren? Im Ernst? Also gut! :) Es war überragend! Wunderschöne Landschaft, Sonnenschein und jede Menge Spaß, so stelle ich mir einen gelungenen Tag vor. Zum Aufwärmen gab es Tee und Gebäck, anschließend ein warmes Abendessen am Karmin. Danach ging es zurück nach Hause, Kraft tanken für den kommenden Tag. 

der Blick vom Fluß auf Pungas Haus&Land
Chris und ich
Vollgas!!!

Gisborne

Es hat nicht mal 30 Minuten gedauert, da hielt der erste Trucker an und nahm mich ein Stück mit. Über Funk informierte er seine Kollegen und wartete ab, ob mich jemand weiter mitnehmen könnte. An einer Tankstelle hielt er an und organisierte mir einen lift nach Waiora, halbe Strecke bis Gisborne. Neil, der Fahrer, lud mich und meinen Backpack in seine Truck und los ging's, er erledigte auf dem Weg noch ein paar Auslieferungen, ich durfte zuschauen. :) In Waiora angekommen ging es Schlag auf Schlag, mein Backpack wurde auf den nächsten Trailer geschmissen schwups saß im Fahrerhaus. Die Trucker sind alle wahnsinnig lieb und hilfsbereit, es hat sich wohl auch schon herumgesprochen, dass da ein junges Mädel aus Deutschland herumtourt und über jeden lift dankbar ist. Ray, der nächste Trucker erklärte mir viel über die Gegend, zeigte mir ein paar hübsche Lookouts und bretterte mit seinem Riesentruck durch engste Kurven und über steilste Berge, alles total relaxt. Nicht umsonst heißt ein Stück des Highways the devils elbow. Ray machte seine Sache sehr gut und ich fühlte mich sicher. 
Die Gegend hier ist wunderschön! Überall liegen glasklare Seen und Berge mit Schafen, Kühen, Ziegen und Pferden, die sich im Wasser spiegeln, alte Brücken und kleine Dörfer. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. 
Zu guter Letzt, bereits am Eingang von Gisborne, nahm mich ein alter Kühlschrankverkäufer, bereits im goldenen Alter, mit in die Stadt, bot mir an mein Gepäck in seinem Shop zu lagern und mir ein Bild von seiner Heimat zu machen. Das tat ich gerne und es wurde ein wunderschöner Tag in einer hübschen kleinen Stadt. Abends holte ich meine Sachen wieder ab, quasselte noch kurz mit seiner Frau, die kaum glauben konnte, dass ich alleine unterwegs war, und verabredete mich dann mit Rory, meinem couchsurfing host für die nächsten 2 Tage und Nächte. Er holte mich nach der Arbeit ab und zeigte mir sein Reich. Wer ein Nirvanaplakat und den Songtext von Stairway to Heaven im Wohnzimmer hängen hat, kann doch nur cool sein, oder was meint ihr? Er ist Handwerker, wohnt in einem kleinen Haus zusammen mit einem Mitbewohner und seiner zuckersüßen Hundedame Zaggy, die mich sofort nach Ankunft in Beschlag nahm. Abends kam noch Karl, ein Freund von ihm, vorbei und zu dritt zogen wir ein wenig um die Häuser. Karl würde am nächsten Tag Richtung Wellington aufbrechen und bot mir an mich mitzunehmen, es würde ein kleiner Roadtrip werden. Das klang doch gut! Damit war die Sache geritzt. 
Am nächsten Tag, Anzac Day (Nationalfeiertag in Australien und Neuseeland am Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen sowie Soldaten aus Tonga im Ersten Weltkrieg), düsten wir los und besuchten einen seiner Freunde in Napier, der als Chef Koch in einem Restaurant arbeitet und hatten somit das Glück Freiverzehr zu genießen. ES WAR EIN GAUMENSCHMAUSS! Und so massig, dass ich noch fast den ganzen nächsten Tag davon zu zehren hatte. Auf der Weiterreise nach Wellington besuchten wir noch ein paar Freunde und sein Patenkind, gerade 15 Wochen alt und zuckersüß!! Hier blieben wir 2 aufregende Tage bevor wir nach Wellington fuhren. Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Für meinen Geschmack ganz hübsch, jedoch verkehrstechnisch die reinste Irritation aus one way streets und Baustellen. Irgendwie haben wir uns doch noch zurecht gefunden und ein wenig umgeschaut. Ja, und dann war es wieder soweit, goodbye friend! Karl fuhr zurück nach Gisborne und ich checkte in's Hostel ein, um am folgenden Morgen die Interisland ferry Richtung Southisland zu nehmen. 

auf dem Weg nach Welly :)

Donnerstag, 24. April 2014

Das Schicksal um den Schicksalsberg

Bevor ich euch den nächsten ellenlangen Post um die Ohren haue, möchte ich, wenn auch reichlich zu spät, allen Frohe Ostern - happy easter wünschen!! Mein Ostern verlief leider wider meiner Planungen etwas...unglücklich.

Nachdem ich in Turangi ankam, und glücklicherweise regnete es gerade nicht, musste ich mir eine Unterkunft suchen. Ich fand das Extreme Backpackers und checkte ein. Für ein Hostel war dies, wie der Name schon vermuten ließ, ziemlich cool! Direkt neben der Rezeption gab es eine große Kletterhalle, an der sich jung austoben, währenddessen alt nebenan im hauseigenen Café ein leckeres Heißgetränk zu einem schmackhaften Stück Kuchen schmausen konnte. Die Besitzer sind ganz liebe Leute und sehr bedacht ihren Gästen jeden Wunsch zu erfüllen. Schon beim Einchecken sagte mir die nette Dame, dass es bezüglich des Tongariro Alpine Crossings, weswegen ich hergekommen war, eher schlecht aussähe und sie alles tun würde um besseres Wetter zu garantieren. Der heftige Zyklon Ita, der Australien und Neuseeland heimgesucht hat, sorgte für reges Chaos. Im Süden Neuseelands, wo Elena sich gerade aufhielt, tobte er so wild, dass sie 3 Tage ohne Strom und Wasser festsaß.
Mir blieb nichts anderes übrig als abzuwarten. Ich verbrachte die meiste Zeit des Tages im Bett und plante meine Route für die nächsten Wochen. Den Tag darauf, Ostersonntag wollte ich nicht einfach so verstreichen lassen, ich beschloss den river walk entlang des Tongariro River zu machen, gute 12k war ich unterwegs, zunächst in der Sonne und dann, wer hätte das gedacht, im strömenden Regen. Mir, den Anglern, den Wraftern, den Bikern und den anderen Spaziergängern war das aber witzigerweise ziemlich egal. 
hier noch sonnig
Klitschnass kam ich am Abend zurück und deckte mich für das Crossing sicherheitshalber noch mit einem Paar Handschuhen ein. So war ich nun bestens präpariert, ich war sogar im Besitz einer Packung Taschentücher, die mir meine Mum dagelassen hatte. Das letzte Mal, dass ich ein Taschentuch benutzt habe, ist bestimmt gute 7 Monate her. Als Backpacker muss man lernen sich anderweitig auszuhelfen und so bunkere ich schon seit Monaten Klopapier. Gibt es irgendwo gutes, doppellagiges Klopapier, so wird eingepackt! Und glaubt mir, das kommt nicht all zu oft vor. 
Im Hostel bekam ich die schlechte Nachricht, dass sich das Wetter nicht bessern wird und ich weiterhin warten müsse. Ich verlängerte meinen Aufenthalt um 2 Nächte, verkroch mich in mein warmes Bettchen, schwatze ein paar Takte mit meinen neuen Zimmergenossen Gabriel aus Brasilien, der noch nie in seinem Leben Schnee gesehen hat, und Sophie aus England, die ebenfalls warteten, und las, bis ich einschlief. Als ich wach wurde stand mir ein weiterer Tag bevor, den ich nicht wirklich zu nutzen wusste. Gabriel und Sophie dagegen hatten sich am Vorabend mit einem amerikanischen Couple verabredet und luden mich ein mitzukommen, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Mit dem Auto fuhren wir zum Lake Otamangakau, wanderten zu einem Wasserfall, es fing an zu regnen, welch Ungewöhnlichkeit, wir kamen durchnässt zurück am Auto an. 

Das Wetter ist wirklich typisch für April, wie ein pupertärer Teenager mit extremen Stimmungsschwankungen. Sonne, Regen, Sonne, Regen...Sturm! Das Lachen fiel mir trotzdem nicht aus dem Gesicht, ich war immer noch happy wie bolle und noch viel mehr, als wir zurück im Hostel das "Go" für unsere Tour am nächsten Morgen bekamen! Fix buchten wir unser Ticket für das Shuttle um 07:30 Uhr in der Frühe. 
Nach 2 Tagen Warten konnte es nun endlich losgehen! Es war zwar super hart so früh aufzustehen, aber ich war auch sehr aufgeregt was mich erwarten würde. 
Das Wetter war gut, blauer Himmel und die Sonne strahlte uns entgegen, als wir die ersten Schritte der insgesamt 19,4k wagten. Das erste Drittel war wirklich extrem, aus diesem Grund auch devils staircase genannt, zugleich hatten wir eine herrliche Aussicht über die Kraterlandschaften. Der Weg führte zwischen dem Mount Ngauruhoe (auch Schicksalsberg genannt) und dem Mount Tongariro hindurch. Einige Szenen von Herr der Ringe wurden hier gedreht, das konnte ich mir lebhaft vorstellen! 



Nach guten 3 Stunden hatten wir das schlimmste Überstanden und erlaubten uns einen schnellen lunch, gingen aber zügig weiter, da der eiskalte Wind uns andernfalls eingefroren hätte! Kurze Zeit später erreichten wir die schönste Stelle, wie ich finde. Hier hat man den sagenhaften Blick auf 4 Seen in 4 Farben gleichzeitig! 

Um uns das Spektakel genauer anzusehen, liefen wir den steilen Abhang hinunter, wobei laufen nicht die richtige Wortwahl ist! Der Weg war eine Mischung aus schwarzem Sand, Matsch und Asche und ich für meinen Teil hatte zweierlei zu kämpfen. Zum Einen schlitterte ich herum wie auf einem zugefrorenem See, fiel alle 3 Meter auf die Nase und bekam regelmäßig Lachanfälle, es muss ein herrlicher Anblick gewesen sein! :D Die anderen Beiden amüsierten sich zumindest köstlich. Nach dem hübschen Farbenspiel ging es in's Gebiet der wirklich aktiven Vulkane. Aus den Felsen stieg überall Rauch auf und Schilder warnten davor sich hier zu lange aufzuhalten. 



Nach fast 8 Stunden power walking hatten wir es geschafft und standen wieder auf neutralem Boden. 
Eigentlich hätte unser Shuttel uns pünktlich einsammeln sollen, jedoch war davon weit und breit keine Spur. Zunächst saßen noch einige andere Leute hier und warteten auf sämtliche Busse, aber als die Sonne drohte unterzugehen und wir 3 Hansel nahezu die letzten Menschen waren, wurden wir stutzig! Mit über 1 Stunde Verspätung kam es dann endlich und wir fuhren halb erfroren nach Hause. 
Nicht nur halb erfroren, sondern auch nahe am Hungertod besorgten wir im Supermarkt etwas zu Essen ubd Trinken. Gabriel kochte: Pasta mit cremy Mushroom-Chicken-Sauce und Weißwein, es war ein Fest, das hatten wir uns verdient! :) 
Danach waren wir so müde, dass wir alle 3 noch in der Lounge einschliefen.
Einen Augenschlag später war es bereits wieder hell, Zeit um auszuchecken. Gabriel hatte sich einen Bus nach Wellington organisiert, Sophie und ich fingen an zu trampen, eine nette Maori-Familie mit 3 Generationen im Auto nahm uns bis nach Taupo mit, dann trennten sich auch unsere Wege. In Taupo hatte ich noch einmal den Blick auf den wunderschönen Lake Taupo und wartete dann, bis jemand Mitleid mit mir hat und mich ein Stück mitnimmt. Dieser Jemand war ein Truckfahrer. :) Kurz vor Napier, dem Tagesziel, musste er mich rauswerfen, informierte aber seine Kollegen über Funk, dass da ein Mädel aus Deutschland am Straßenrand stehe und einen lift brauche. Lieb, nicht wahr? Dann kam Ted, ein stark tattowierter Maori-Trucker, der mit seinem Gefährt schon 25 Jahre auf den Straßen Neuseelands herumgurkt, und fuhr mich bis nach Napier. Er zeigte mir das nächste Backpacker und wünschte mir alles Gute. Mit Beinen wie Wackelpudding kam ich hier im Hostel an und musste erst einmal entspannen, ich hatte den Muskelkater des Todes und mein linker Fuß wollte sich lieber gar nicht mehr bewegen. Also nutzte ich den Tag um ein paar Organisationen vorzunehmen. Für Heute steht Gisborne an, 213k von hier, ich hoffe mich nimmt jemand mit! :) Eine Couch habe ich mir dort schon organisiert.


Mittwoch, 23. April 2014

Familie Mades - 3/4 reunited

Mit Sack und Pack kam ich im
Hotel Copthorne an, ein riesiger Klotz Gebäude direkt am Hafen. Irgendwie musste ich schon lachen, ich kleiner Backpacker mit dreimillionen Taschen und einem Skateboard unter dem Arm darf ab heute in einem Hotel wohnen. Da ich meine Eltern am Flughafen abholen wollte, lagerte ich mein Gepäck ein und machte mich bei strahlendem Sonnenschein auf meinen 4 Rollen auf den Weg zum Flughafen. Plötzlich wurde es dunkel, Regenwolken türmten sich auf und es begann schlagartig wie aus Eimern zu gießen. Ich wurde gleich 2 Mal monsunartig geduscht, meine Klamotten waren so nass, als hätte ich sie soeben ohne Schleudergang aus der Waschmaschine geholt. Am Flughafen kam ich zwar an, jedoch, aus Gründen des Wetterumschwungs, 40 Minuten zu spät. Laut Anzeigetafel war die Maschine planmäßig gelandet, ich hatte sie wohl tatsächlich verpasst. Da mein Erscheinen am Flughafen eine Überraschung sein sollte, denn eigentlich wollten wir uns erst am Hotel treffen, haben sie wohl auch kaum auf mich gewartet. Einen Funken Hoffnung hatte ich noch und so wartete ich eine halbe Stunde. Dann wurde mir klar, dass weiteres Warten keinen Sinn machen würde, also kaufte ich mir ein Ticket für den Shuttlebus zurück in die Stadt. Nach einer Stunde kam ich am Hotel an, meine Eltern hatten aber noch nicht eingecheckt. Wie konnte das denn sein? Ich hatte die Beiden doch verpasst, dann müssten sie doch nun schon längst hier sein? Das kam mir sehr komisch vor. Per Handy konnte ich sie auch nicht erreichen, also beschloss ich mir ein sonniges Plätzchen zu suchen, denn der Regenschauer war nun natürlich vorbeigezogen, und ließ mich von der Sonne trocknen, denn ich war noch patschnass und sah aus wie ein begossener Pudel. Eine Bank direkt am Hafen schien mir sehr geeignet. Die Zeit verstrich...Ich fragte mich, wie ich die Beiden finden sollte. 
Nach einer guten Stunde tippte mir plötzlich jemand auf die Schulter, ich wusste sofort was Sache war: DA SIND SIE! Meine Eltern, nach 7 Monaten sahen wir uns am anderen Ende der Welt wieder und es war ein verdammt gutes Gefühl! Ein paar feste Umarmungen später liefen wir im Zum Hotel. Ein Zimmer mit 4 Betten, jede Menge Platz und Blick direkt auf's Meer, ich war überwältigt! Nachdem wir uns alle ein wenig erfrischt hatten, schlenderten wir in der Stadt herum und suchten uns ein Restaurant. Auch das überforderte mich. Ein Restaurant, sogar ein sehr gutes! Hier ließen wir es uns richtig schmeckten und es gab so viel zu erzählen. Abends fielen wir müde und zufrieden in's Bett. Am Morgen darauf hatten wir ein super gutes Frühstück in einem kleinen süßen Café und liefen zur ferry, um nach Waiheke Island zu fahren. Dies war eine Empfehlung von den Jungs aus dem Chateau Le Orakei, sie sollten Recht behalten! Die 40-minütige Fahrt mit der Fähre war schon wunderschön, wir hatten tolles Wetter! Auf der Insel angekommen, entschieden wir ein Stück zu Fuß zu gehen und genossen wahnsinnig schöne Ausblicke auf die Küste, es war traumhaft! Alles war so unglaublich grün, türkisfarbenes Wasser, um uns herum Segelboote und Möwen, die ihre Bahnen am blauen Himmel zogen. Palmen, Tannen, Olivenbäume, Weinreben, Kakteen, alles wuchs durcheinander, es war kaum zu glauben! 



Nach ein paar Stunden entschieden wir den Heimweg anzutreten, verpassten die Fähre jedoch haarscharf um ein paar Minuten und mussten über 1 Stunde warten. Doof dachten wir erst, im Endeffekt war es das Beste was passieren konnte, denn in dieser Stunde ging die Sonne unter und als wir im Hafen einliefen war der Himmel bereits tiefschwarz und die Skyline der Stadt funkelte und glitzerte in allen Farben in der dunklen Nacht.
Wir gingen noch rasch einen kleinen Proviant einkaufen und lenkten dann in die Brauereikneipe Shakespeare ein, in der wir etwas tranken und guter Livemusik lauschten.
Den zweiten Tag starteten wir früh, heute würde unser Roadtrip beginnen. Papa und ich holten unseren Mietwagen ab und tauften es auf den Namen Sunny! :) Wir luden Mama und Gepäck am Hotel ein, dann konnte es losgehen. Erstes Ziel war Paihia. Papa fuhr zum ersten Mal auf der linken Seite. Nach ein paar Eingewöhnungsminuten klappte das schon ganz gut. Knapp 3 Stunden später kamen wir an und checkten in ein 1A Apartment mit Sonnenterrasse ein.
Am Strand, der nur 2 Minuten entfernt war, blickten wir auf die Inselchen die hier so ruhig im Wasser lagen, ein toller Anblick! Abends gab es backpackermäßig Nudeln mit Tomatensoße und ein bisschen neuseeländisches Fernsehen. Am nächsten Tag erforschten wir das gegenüberliegende alte Hafenstädtchen Russel, das man mit der Fähre gut erreichen kann. Es ist nicht sonderlich groß, dennoch sehr sehenswert mit all den kleinen Läden und seinen Geschichten. Am Strand fanden wir ein Schild mit Verhaltensregeln im Falle eines Tsunamis. Naja, das werden wir heute wohl kaum erleben.
Wir frühstückten gerade auf einer Holzbank, als auf einmal die Tsunami-Sirene ertönte. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Es war unheimlich, laut und der Ton gruselig, wie aus einem uralten Horrorstreifen. Hunde fingen an zu bellen und jaulen, uns wurde ein wenig mulmig! Nach einigen Minuten war der Spuck vorbei, wir wissen bis heute nicht was da los war, entschlossen uns aber zeitnahe weiterzuziehen, schließlich hatten wir ohnehin noch eine recht weite Strecke bis nach Whitianga, Coromandel vor uns. Auf dem Weg hielten wir in Kawakawa und bewunderten die Hundertwasser-Toiletten.

Danach ging es zurück auf die Straße, Stunde um Stunde. Desto dunkler es wurde, desto ekliger wurde das Wetter und auch die Straße. Wir fuhren im strömenden Regen und Gewitter durch Bergpässe, Serpentinen, auf und ab, kaum jemand war jetzt noch auf der Straße unterwegs. Eine Ewigkeit später kamen wir endlich an unser Apartment in Whitianga an. Hier war bereits überall tote Hose. Da wir Hunger hatten, versuchten wir noch irgendwo etwas Essbares aufzutreiben. Jedoch hatte nur noch ein Späti geöffnet, der dazu auch noch superteuer war. Also gab es Käsebrot. 
Im Apartment nahmen wir uns die Planung der folgenden Tage vor und gingen dann bald zu Bett. Ich hatte ein Einzelzimmer und da fiel es mir zum ersten Mal auf: Ich kann gar nicht mehr alleine in einem Zimmer schlafen! Das hatte ich seit über 7 Monaten nicht getan und ich fühlte mich irgendwie eingeengt und alleine. Verrückt, oder? Ich musste die Tür weit offen lassen um schlafen zu können. Nächstes Ziel war der Hot Water Beach. Ich stellte mir darunter nicht wirklich viel vor, aber es war eine Empfehlung des Reiseführers. Wahrscheinlich würde das Meerwasser hier einfach ein wenig wärmer sein als anderswo, ich las mir die Beschreibung zu diesem Touristenmagnet nicht durch. Am Strand zogen wir unsere Schuhe aus und pulten mit den Zehen im Sand herum. Erst waren wir uns nicht sicher, ob wir uns das nur einbildeten, aber der Sand war trotz Schmuddelwetter tatsächlich angenehm warm. Plötzlich traten wir auf Stellen die wirklich mehr als warm waren, sie waren richtig heiß! Menschen gruben Pools um diese heißen Stellen und ließen Meerwasser hineinlaufen. Unglaublich, es klappte wirklich! Da lagen sie in Scharren drin. Einige hatten ganz rote Haut, weil es so heiß wurde. Ja, uns qualmten im wahrsten Sinne des Wortes die Socken. Der unterirdische 2ks lange Magmarbrocken schmorrt bereits 9 Millionen Jahre unter der Erde, ist jedoch noch so heiß, dass er diese Hitze nach oben abgibt.

Wir hätten uns hier ewig aufhalten können, aber wir mussten weiter. Nach fish'n chips, Besichtigung einer alten Goldmine und einigen schönen Ausblicken auf die Küste erreichten wir Rotorua. Wir bemerkten sofort den eigenartigen Geruch und den Dampf, der überall empor stieg. Heute hatten wir wieder Glück, das Apartment war erste Sahne! Groß, geräumig, sogar mit eigenem Pool, dessen Wasser durch geothermische Aktivitäten erhitzt wird. Wir kochten etwas Leckeres und entspannten danach im Hot Tub bei einem Gläschen Wein.
Eigentlich hatten wir für den Folgetag ein bisschen Programm geplant, das fiel aber wegen des schlechten Wetters in's Wasser. Wir beschlossen uns stattdessen das Bathhouse Museum anzuschauen und lernten gleichzeitig etwas über Volkane und die Maorikultur. Anschließend bummelten wir ein wenig durch das Städtchen, kauften ein und kochten uns Abends ein super Dinner: Lammfilet auf Reis mit frischen Lauchzwiebeln, mhhh! Mein Backpackerherz strahlte, ein Gaumenschmaus! Gut gesättigt genossen wir einen weiteren Abend im Hot Tub und tankten Kraft für den nächsten Tag. 
Leider war das Wetter immer noch schlecht, wir entschieden uns zurück nach Auckland zu fahren und ein paar Zwischenstops einzulegen. Erster war Hobbiton, das Movie Set von Herr der Ringe! :) Trotz Regen und Sturm hatte es sich wirklich gelohnt! Es war toll all die Drehorte zu sehen und hinter die Kulissen zu blicken, außerdem war es landschaftlich wunderschön hier. Die geführte Tour endete in der Taverne, in der wir zwischen echtem und Gingerbier wählen konnten, das ging selbstverständlich auf's Haus! :) Am Karmin wachte Peacles, eine Katze, es war urgemütlich und kuschelig warm. Blöderweise habe ich wegen des vielen Regens keine Fotos geschossen, ihr wisst ja, das mein Handy sich mit Wasser nicht gut verträgt! ;) 
Nächster Halt war Hamilton. Hier schauten wir uns die bekannte Riff Raff Statue an, die am Geburtsort von Richard O'Brien's Rocky Horror Picture Show steht. 
Einen Time Wrap später tuckerten wir mit Sunny zurück nach Auckland. Dort kehrten wir noch einmal im Shakespeare ein und ließen die letzten Tage Revue passieren. Nur noch 1 Tag, dann würde ich wieder alleine reisen, oh oh! 
Karfreitag, unser letzter Tag. Viele Geschäfte hatten heute geschlossen, also erkundeten wir noch einmal den Hafen, die hunderten Segelboote und den fish market. Glücklicherweise war das Wetter heute wieder viel besser. Abends packten wir wild hin und her, bis alles verstaut war und liefen noch einmal, zum letzten Mal, zusammen in die Stadt.
Und Samstag war es dann auch schon soweit, wieder einmal musste ich mich verabschieden. Und diesmal fiel es wirklich schwer, sogar ein paar Tränchen kullerten. Für meine Eltern ging es gleich zum Flughafen und weiter nach Sydney, für mich fuhr der Bus ab nach Turangi.

DANKE FÜR EINE TOLLE WOCHE MEINE LIEBEN und VIEL SPAß IN AUSTRALIEN!

Sonntag, 13. April 2014

Back to Auckland

Als ich zum zweiten Mal hier im Chateau Le Orakei ankam, war die Bude noch viel voller als zuvor. Jamie war zwar nicht zu Hause, dafür 20 andere Leute, unter anderem Kim aus Deutschland, Jo aus England und Patrick aus der französischen Schweiz. Und Jimbo, ein Kiwi, der aussieht, als würde er zur Jackass-Gang gehören, cooler Kerl! :D Ich vermutete, dass derzeit etwa 20 Leute hier wohnten, nicht zu vergessen Lucky, the cat. 
In dem Raum, in dem ich schlief, der Lounge des Hauses, gab es 2 Betten und 2 Couchen, hier schliefen allein schon 7 Leute.
Der Alltag im Chateau Le Orakei: Einer backt, der Andere kocht, der Nächste erntet Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, ein Anderer macht Wäsche, es ist wirklich wie eine einzig große Familie, allerdings kennt man die Hälfte seiner Mitbewohner gar nicht. Blickt man aus dem Küchenfenster, schaut man auf das schöne Baumhaus im Garten, in dem im Übrigen auch Leute schlafen. Wer entspannen will, relaxt im Jacuzzi. Ja, man lebt hier wirklich nicht schlecht. Ich saß abends noch recht lange mit 2 Deutschen und dem Engländer zusammen, eine lustige Truppe. Mit denen und noch ein paar Anderen verbrachte ich den nächsten Tag in der Stadt und am wunderschönen Hafen Aucklands. Longboard, Pizza, Meer und Sonnenschein. 


Abends mussten wir uns leider von zweien verabschieden, die den Nachtbus nach Wellington nahmen. Wir Übrigen feierten unseren letzten gemeinsamen Abend. Denn nun war der große Tag gekommen, hoher Besuch aus Deutschland kündigte sich an.