Putra fuhr uns am Freitagmittag in seiner Mittagspause extra in die Stadt zu unserem Bus Richtung Marlborough. Er ist wirklich ein Schatz! Nachdem wir uns verabschiedet hatten suchten wir den Schalter des Premier Bus Services auf. Mist: Gewichtskontrolle! Das kann spannend werden! Erlaubt: 20kg. Tatsächliches Gewicht Lisa: 19,9kg und Elena 20kg! Good job! :) Also rein und 14h Sitzbank drücken! Essen war nicht erlaubt, WiFi gab es leider auch nicht, am besten versucht man zu schlafen, was aber auch nicht unbedingt klappte. Dazu kam, dass wir durch ein superheftiges Gewitter fuhren, es blitzte alle 2 Sekunden und schüttete aus Kübeln! Wir waren froh, als wir mitten in der Nacht heil und "munter" in Marlborough ankamen und uns endlich wieder bewegen konnten! Da waren wir nun, irgendwo im Nirgendwo, 100km entfernt von der nächsten größeren Stadt. Der Busfahrer fragte noch, ob wir hier richtig seinen, wir nickten unsicher und er fuhr weiter. Eine verlassene Tankstelle, kein Licht, alles dunkel. Ein Pickup stand an der Zapfsäule, ebenfalls dunkel aber die Beifahrertür stand offen, wir konnten nicht sehen, ob jemand darin saß. Das einzige Lebewesen, was wir sehen konnten, war eine Katze, die uns um die Beine streifte und aus der Dunkelheit kamen seltsame Geräusche. Nun kam ich mir wirklich vor wie in einem schlechten Horrorfilm! Uns wurde etwas von einem Roadhouse erzählt?! Nachdem wir uns kurz umgeschaut hatten, entdeckten wir um die Ecke einen wellblechverkleideten Caravan, an dem Licht brannte. In Tür 3 steckte ein Schlüssel, so wie es Doreen gesagt hatte. Okay, wir schienen richtig zu sein! Also nahmen wir unser Gepäck und begutachteten unser neues Zuhause für die nächsten 4 Wochen: Ein kleines Zimmerchen, ca. 9qm, 2 Betten, Kühlschrank und Klimaanlage, es muffte ein wenig.
Am nächsten Morgen schauten wir uns die Sache mal genauer an. Auf der Veranda vor unserem Zimmer war eine Leine befestigt, die unter unserem Haus verschwand. Ein Hund? Wir schauten nach: Eine Edelmieze mit stechend blauen Augen und Halsband mit einem großen Metallherz! Daneben die Katze von letzter Nacht, die mich stark an meine Tila erinnert. :) Das scheinen hier bei weitem nicht die einzigen Tier zu sein. Mehrere große Vogelkäfige mit Wellensittichen, Kakadus (einer freilebend und bereits an die 90 Jahre alt, wie wir später erfuhren!) und anderen hübschen Federviechern. Der kleine Rasthof ist voll mit tropischen Pflanzen und kleinen Tischchen mit Plastikblumen darauf, überhaupt ist alles sehr kitschig dekoriert. Draußen schraubte ein Trucker an seinem Fahrzeug herum und fluchte lautstark. Drum herum standen ein paar Wohnwagen. Wir gingen in die jetzt recht belebte Tankstelle und lernten Doreen und Bill kennen. Beide schon etwas älter, klein
und moppelig, etwas zahnlos an der Front aber sehr sehr lieb! Wir setzten uns nach draußen, um uns kennenzulernen. Sie erklärten uns unsere Schichten: 07:00-11:00, 11:00-14:00, 14:00-17:00, 17:00-Ende. Essen und Trinken nehmt ihr euch einfach was ihr braucht! Wuhuhuu, Jackpot! Wir sind im Himmel! :) 4 Wochen Tische abwischen, beim Kochen helfen, Kühlschränke auffüllen, ein paar Trucker und Durchreisende bedienen und dafür limitlos Essen und Trinken + freies Wohnen + Geld für unseren zukünftigen Van, yay! Um Langeweile vorzubeugen trauten wir uns heute nach der Mittagshitze in die "Stadt" zu laufen. Diese besteht aus einem Hotel, einer Polizeistation, einer Ambulanz, einem Museum und einer Bücherei, die an 1 Tag in der Woche für 2-3h geöffnet hat, einem Pool, der als Schwimmbad verkauft wird, einen Pub, sowie einige Wohnhäuser für insgesamt 355 Einwohner, das wars!
Den General Store haben wir leider nicht gefunden!
Ihr könnt euch vorstellen, dass wir nur knapp 10 Minuten brauchten, um ALLES gesehen zu haben. Der nächste bewohnte Ort ist rund 35km entfernt, ansonsten gibt es hier tatsächlich weit und breit nichts außer Hinterland. Und uns gefällt's! :) Heute Abend gab es Burger&Chips und Findet Nemo im TV auf's Haus und morgen früh um 7 beginnt meine erste Schicht!
unsere Gäste für die nächsten Wochen: Die Trucker! :)
auf dem Weg in die "Stadt"
das "Krankenhaus"
die Stadthalle und die Bücherei
das Stadtmuseum
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