Dienstag, 13. Mai 2014

Finally - the Fox Glacier

yWas abends noch unklar war, klärte sich am nächsten Morgen und ich hatte Glück, meine Tour sollte stattfinden! Endlich! :)
Ich zog mich an, lagerte mein Gepäck im Hostel und marschierte zum Fox Guide Center, um dort einzuchecken. Wenige Minuten später sollte es losgehen. Kat, unser Guide, gab uns eine kurze Einführung, versorgte die Gruppe mit der richtigen Ausrüstung, unter anderem Ice Spikes, dann fuhren wir mit dem Bus zum Gletscher. Heute meinte es das Wetter wirklich gut mit uns, sogar die Sonne lachte. Da der eigentliche Aufstieg zum Gletscher versperrt war, mussten wir den Fluss mit einen Wrafting boat überqueren. Das war schon einmal das erste Abenteuer für heute. Als alle heil auf der anderen Seite ankamen, ging es darum über Steine und Felsen zu klettern und den stürmischen Gletscherfluss zu Fuß zu durchqueren. Kat suchte hierfür eine gute Stelle, an dem das Wasser nicht ganz so tief war und ein paar Steine herausragten, die uns einen Weg durch das eisige Nass boten. Mit vereinten Kräften gelangen wir so zum Gletscheraufstieg. Hier setzten wir uns auf ein paar große Steinfelsen, zogen unsere Spikes an und lauschten Kat's Erläuterungen zur Historie und den Gegebenheiten des Gletschers. So ist der Fox Gletscher 13k lang und bewegt sich gerne einmal zwischen 2-4 Meter am Tag! (Mehr als mancher faule Backpacker an einem lazy day ;) ) Der Gletscherfluss mündet über den Fox River in die Tasmamsee.
Das Eis ist strahlend weiß bis stechend blau, glasklar durchschaubar und wunderschön anzusehen. Drum herum liegen Steine in den tollsten Farben, dunkelblau-weiß-gestreift bis tiefgrün, klitzernd und funkelnd. Dazu blauer Himmel, vermooste Steinwände, in denen diamatartige Tautropfen das warme Sonnenlicht reflektieren. Ich war so sehr mit Staunen beschäftigt, dass ich die Kälte hier gar nicht bemerkte. Mit unseren Spikes unter den Füßen stampften wir den Gletscher hinauf. Ein Mitarbeiter des Guide Centers hackte mit einem Pickel Stufen in das Eis, um uns den Aufstieg zu erleichtern. Es war fabelhaft und machte viel Spaß! 
Nach nur 20 Minuten war die Eiswanderung vorbei und wir liefen zurück zum Bus. 
Ich bin sehr froh, dass der Trip nun doch noch geklappt hat! :)



jeder hilft jedem, so kommt man gemeinsam an's Ziel!
die Spikes sitzen
...was bedeuten bloß diese ständigen Buchstaben?!

watch ur steps!
Flo, auch ein Deutscher, der den Gletscher erklimmt! :)
slippery :) 




Montag, 12. Mai 2014

Wenn's mal wieder länger dauert

Der letzte Abend in Queenstown war sehr gelungen! :) Ich war mit 5 Nationalitäten, wahrscheinlich aber noch viel mehreren, gebührend feiern und kämpfte mich ein paar Stunden später wieder aus dem Bett um mit 2en von ihnen den Weg zurück nach Wanaka anzutreten. Nathalia, eine junge Brasilianerin, die ich vor ein paar Tagen kennengelernt hatte, textete mir in ihrer Not, dass sie am Morgen ihren Bus nach Wanaka verpasst habe und fragte nach Rat. Da die Jungs noch einen Platz im Auto frei hatten, organisierte ich ihr einen lift. Und so fuhren wir zu viert los in meine Lieblingskleinstadt. Normalerweise dauert die Fahrt nur 1 Stunde, wir brauchten 5. Warum? Nunja, um es milde auszudrücken, die "Drecksschleuder" machte schlapp. Als plötzlich Rauch aus dem Motorraum aufstieg mussten wir mitten im Berg anhalten. Eine geeignetere Stelle hätten wir uns nicht aussuchen können, aber wenigstens hatten wir einen schönen Ausblick! ;) 
Mit meinem letzten Trinkwasser füllten die Jungs den Kühlwassertank auf und warteten bis der Motor abkühlte. Nach einer Weile konnte es weitergehen - dachten wir. Keine 20 Minuten später trat dasselbe Problem wieder auf. Wir fanden auch heraus warum: Einer der Helden hatte das Wasser in den falschen Tank gefüllt! :D Okay, anyway!  Um den richtigen Tank aufzufüllen, fehlte uns nun das Wasser! Also versuchten wir alle 4 irgendwo Wasser aufzutreiben. Einer lief hinunter zum Fluß, andere suchten andere Wasserquellen oder hielten andere Autos an und bettelten. Irgendwie klappte es und wir versuchten ein zweites Mal nach Wanaka zu kommen. Nun ratet mal! Ja, wir schafften es nicht. Diesmal brachten wir das Auto aber wenigstens an einem günstigeren Platz zum stehen, direkt an einer Winery! Wir hatten alle noch nichts gegessen, konnten uns hier jedoch auch nichts leisten und mussten der High Society dabei zuschauen, wie sie köstlichste Speisen mit einem Gaumenschmaus aus Wein verkosteten, während wir Steine im Magen hatten. Wenigstens durften wir unsere Wasserflaschen auffüllen und unseres Autos Durst stillen. Nach 5maligem Auffüllen und warten, bis die Motortemperatur heruntergekühlt war, versuchten wir noch einmal unser Ziel zu erreichen. Tatsächlich kamen wir auch ein ganzes Stück voran, scheiterten aber dennoch 24k vor Wanaka. Unser Italiener war trotz allem immer noch zu Scherzen aufgelegt und schlug vor, da wir sowieso warten mussten, bis der Motor abkühlt, eine leckere Pasta darauf zu kochen! :D Ja, trotz der misslichen Situation lachten wir Tränen und hatten eine gute Zeit. Dieses Mal wollte der Motor aber absolut nicht mehr und streikte konsequent, bis wir einsehen mussten, das hier heute Endstation war...Glücklicherweise gab es hier wo wir standen genau ein Haus und wir suchten Hilfe bei dem netten alten Ehepaar. Sie hatten sowieso nichts zu tun, es war Sonntagnachmittag, und so fuhren sie uns netterweise in die Stadt, das Auto blieb stehen, wo es nun war. Also doch noch, wir erreichten Wanaka, endlich! Nachdem wir im nächsten Hostel eingecheckt hatten, stürmten wir den unweit entfernten Supermarkt. Unser Italiener versprach uns eine delikate Pasta mit Lachs und Zitronenraspel, dazu einen Sauvignon Blanc aus den Marlborough Sounds. Man konnte wirklich nicht meckern, es war ein inneres Blumenpflücken! Wohlgesättigt, geduscht und glücklich besuchten wir das Irish Pub, in dem heute Open Mic and Jam Session angesagt war. Die Musik und das Bier mundeten ausgezeichnet, wir hatten viel Spaß und gute Unterhaltung! 
Am nächsten Morgen hieß es dann wieder Abschied nehmen. Nathalie würde zurück nach Queenstown hitch hiken, die Jungs würden schauen, was mit dem Auto geschieht, ich versuchte zurück zum Fox Glacier zu kommen, um nun hoffentlich den track machen zu können. 
Wie ich heute Abend erfahren habe, ist das Auto tatsächlich reif für den Schrottplatz, die Jungs versuchen nun in Queenstown ein neues verlässlicheres Auto zu finden, hoffentlich haben sie diesmal mehr Erfolg!

...see you later Wanaka, my love!






Ich hatte einen guten Tag, 2 lifts bis nach Fox, mit einem Franzosen bin ich den ganzen weiteren Tag gereist, haben einige schöne Zwischenstops auf dem Weg eingelegt und ein fabelhaftes Dinner gehabt. Zur Krönung gab es karamellisierte Bananen mit Schokoladencreme, wow! Im Moment werde ich kulinarisch sehr verwöhnt! 
So, morgen hoffe ich dann endlich den Fox Gletscher zu besteigen, fingers crossed, dass ich diesmal Glück habe. Problem an der Sache ist, dass sich der Gletscher verschoben hat und der eigentliche Aufstieg versperrt ist, weswegen man normalerweise einen Ausweichweg hinaufsteigt. Dieser liegt direkt an einem Fluß. Wenn es nun also zu viel regnet, steigt dieser Fluß über, somit ist auch dieser Track unpassierbar. Nun hat es heute fast den ganzen Tag geregnet...Morgen früh werde ich mehr wissen.

auf dem Weg zum Fox


Samstag, 10. Mai 2014

Queenstown - Der Ort der unbegrenzten Möglichkeiten

******Der Wahnsinn hat einen Namen******

So kam ich unerwartet früh in Queenstown an und suchte mir ein Hostel für die nächsten 4 Nächte. 
Meine Wahl viel auf Deco Backpackers. Es roch ein wenig streng in den Fluren, an sich war es aber sehr sauber und die Leute sehr nett. Etwas plan- und ratlos was ich nun hier tun sollte, schaute ich mir die Stadt an, rollte durch die Straßen und machte mir Gedanken, was ich nun so die nächsten Tage tun wollte. 
Der Blick von meinem Hostel auf den Lake

Resultat: ein Couch'n Cruize trip zu den Milford Sounds und der Nevis 134m Bungy Jump. Man hat hier bei weitem noch viel mehr Möglichkeiten seine Zeit kostenspielig und spaßig zu verbringen, von Jet boating, über Paragliding, Canyoning und Rafting, Flights über die Milford Sounds, Mount Cook und die Gletscher...und nicht zu vergessen ein einzigartiges Nachtleben! Aber ich für meinen Teil hatte mein Restbudget damit vollständig ausgeschöpft.
Was die Sprünge angeht war es anfangs gar nicht so einfach sich zu entscheiden. Da gab es die "harmlosen" Sprünge zwischen 40-50 Metern, den Nevis Bungy oder die Nevis Swing und die bekannte Canyon Swing mit 70 Metern freiem Fall. Ich suchte Rat und sprach mit ein paar Leuten und schlussendlich lies mich folgende Aussage meine Entscheidung treffen: 
Swings are for girls; Jumps are for men !!!!! Need I say more!
Nungut, damit war es beschlossene Sache! :) Es versprach ein aufregendes Wochenende zu werden!

Am Freitag um 07:30 Uhr ging es mit dem Bus los zu den wunderschönen Milford Sounds. Ganze 4 Stunden Busfahrt, einige Lookouts und elendig viele Kommentare des Busfahrers dauerte es bis wir am Hafen ankamen und on board gingen. Hier lernte ich Felix aus Schweden und seine Kumpels aus Italien, Amerika, Irland und England kennen. Eine angenehme, lustige und sehr internationale Gruppe junger Kerle, die sich in den vergangenen Wochen beim Weinmachen kennengelernt hatten. 
Die Aussichten, das Wetter, das Feeling, alles passte und so hatte ich einen langen aber super guten Tag! 




photobomb! :D

Abends besuchte ich ein Irish Pub und genoss Livemusik in netter Gesellschaft.
Dann kam der Samstag. Ich war morz aufgeregt, hatte mir bereits gefühlte dreimillionen Mal das Video des Bungy Jumps im Internet angesehen, heute war ich dran. 
Ich wurde gewogen, beschriftet und in einen Bus eingeladen. "Hey Lisa, you are the only one doing the jump this morning, are you cool with that? Or do you want to wait until afternoon to join another group?" Suuper, das machte mir Mut! :D Aber ich wollte los! Die anderen Mädels im Bus machten alle bloß die Swing auf halber Höhe, ich wollte es dennoch durchziehen und richtig krachen lassen, auch alleine. 
Die Crew war sehr cool, sie erklärten mir alles ganz genau, schnallten mich fest und schneller als ich schauen konnte stand ich in der Gondel. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Bevor es wirklich los ging, fragten sie mich, ob ich meine Taschen ausgeleert und meine Schuhe festgeschnürt hätte. Der Meinung war ich, fälschlicherweise wie sich herausstellen sollte (Erklärung folgt). Der junge Mann, der vor mir gesprungen ist, hat auf dem Weg nach unten einen seiner teueren Hiking Boots verloren, ärgerlich! :D 
Nun aber Butter bei die Fische! Der letzte Karabiner klickte, das Seil hing bereit, ab hier lag es an mir. Ich stand auf der Platform, riskierte einen Blick nach unten und wunderte  mich sehr, ja ich war fast ein wenig enttäuscht. Da ging es nun hunderte Meter bergab, ich hatte mich auch extremes Bauchkribbeln und Panikattacken gefreut, da ich normalerweise Höhenangst habe, aber ich fühlte nichts! Es war verrückt! Lediglich ein geringes Maß an Nervosität machte sich breit.
Ich atmete tief ein.
...3...2...1...LOS!
Und ich sprang und fiel, und fiel, und fiel...und wurde aufgefangen! Ein unglaubliches Gefühl, alles geht so wahnsinnig schnell, man weiß nicht wo man hinschauen soll, man kann keinen klaren Gedanken fassen, alles schießt an einem vorbei, der Boden kommt näher, verdächtig nahe, wenn man die Geschwindigkeit bedenkt, dann wird man mit einem sanften Ruck zurückgezogen, bevor man ein zweites Mal fällt, es gibt einfach nichts vergleichbares! Nach dem zweiten Fall zog ich die Reißleihne an meinen Füßen und baumelte jetzt wie in einer Schaukel in diesem riesigen Abgrund herum, währenddessen mir die Sonne mein glücklich strahlendes Gesicht belohnend wärmte. Ich liebte es und hätte ich das Geld gehabt, ich wäre sofort ein zweites Mal gesprungen! Eindeutig ist das mein Adrenalinhighlight der gesamten Reise! Wer die Möglichkeit haben sollte, macht es! :)




...und weg

BEST EEEEVER!!!!
Achja, bevor ich es vergesse, hier noch die Erklärung, warum ich wirklich großes Glück gehabt habe! Als ich mit beiden Beinen wieder in der Gondel stand und abgeschnallt wurde, wunderte ich mich, was da in meinem Ärmel herumbaumelt! Ich schaute nach und bekam einen kurzen Schreck! Es war mein Hostelschlüssel, den ich wohl in meinem Pullover vergessen hatte, als ich gesprungen war, und der glücklicherweise in diese Richtung gerutsch und nicht hersusgefallen war! :D

Nun verbringe ich noch einen letzten Abend hier in Queenstown und treffe mich mit der netten Gruppe von den Milford Sounds zum Feiern. Morgen nehmen mich eben diese mit nach Wanaka, wie es der Zufall will. :) 
Das Glück ist wieder auf meiner Seite! 

random
der Ausblick Von Nevis: Swing und Bungy
nach Elena's Empfehlung testete ich den weltweit bekannten Fergeburger, zurecht so begehrt!
skypen mit den Liebsten :)

Freitag, 9. Mai 2014

Planänderung

Nach einer angenehmen Nacht im Hostel startete ich am Morgen darauf los, buchte einen Trip zum Fox Glacier (leider wurden einige Trips aus dem Programm genommen, da sich der Gletscher verändert hat :-/ somit keine allday tour, dafür den 3-stündigen Quickfox) und streckte den Daumen raus. Plötzlich kam erst ein anderer Backpacker, kurz darauf noch 2 weitere in "mein Gebiet". Normalerweise freut man sich über Gleichgesinnte, in dem Fall stellte es aber  Konkurrenz dar. Jedoch nicht wirklich, denn die 3 Jungs hatten es absolut nicht eilig, gesellten sich, spielten Gitarre, während sie in einem Kreis zusammen am Straßenrand saßen und sagen dazu. So war mir das lieb! :) Unterhaltung, Sonnenschein, jetzt muss nur noch jemand anhalten. Und so war es, ich bekam nach ca. 1 Stunde einen lift von einer jungen Amerikanerin zum Franz Josef Glacier, perfekt! Dort suchte ich mir ein Hostel mit Spa, free Vegg Soup, Wifi, DVDs und Popcorn. Das Glück schien mich zu verfolgen als ich ein 6er Zimmer mit Küchenzeile, eigenem Bad und Dusche für mich alleine bekam und zudem auch noch das eine Mädel aus dem letzten Hostel in Hokatiki wiedertraf und somit gute Gesellschaft für den restlichen Tag hatte. Leider wurde das Wetter schlechter und die Suppe, auf die wir sehnsüchtig gewartet hatten, schmeckte scheusslich...Als wir so gemütlich zusammen saßen ertönten plötzlich die Sirenen. Mir wurde ein wenig mulmig, keiner wusste so wirklich was vor sich ging! Wir standen alle fragend draußen auf der Straße und sahen Feuerwehrautos durch die Gegend düsen, eine Erklärung fanden wir trotzdem nicht und entschieden uns das Ganze mal zu ignorieren und hatten weiterhin einen guten Abend. 
Am Morgen darauf wurde ich wieder von den Sirenen geweckt, warum auch immer! Das Wetter war grauenvoll, es regnete und stürmte, perfekte Voraussetzungen um draußen zu stehen und einen lift zu suchen, nicht wahr? Aber ich musste weiter zum Fox Glacier. Nach einigen sehr mitleidigen Blicken diverser Autofahrer hielt ein älteres australisches couple an, schon wieder! :) Es war wie eine Art deja vu, sie waren ebenso lieb wie die Zwei zuvor! An meinem Ziel ließen sie mich an einer Tankstelle aussteigen, wo mich direkt ein Mann ansprach und fragte, ob ich eine Unterkunft suche. Er war der Besitzer des einzigen Backpackers hier und half mir mein Gepäck ins Hostel zu bringen. Leider gab es in dem Minidörfchen nicht viel zu sehen und so versuchte ich irgendwie die Zeit im Hostel totzuschlagen und auf den nächsten Tag zu warten, an dem ich den Quick Fox Trip geplant hatte. Leider war das Glück diesmal nicht auf meiner Seite, der Trip wurde des schlechten Wetters wegen gecancelt. Okay, damit hatte ich nicht gerechnet! Was nun? Das eben sind die Momente, auf die ein Backpacker gefasst sein muss, es läuft nie nach Plan und Entscheidungen müssen oft schnell und spontan getroffen werden. 
Es war 20 Minuten vor 10, Checkout time, ich hatte das Hostel ursprünglich für eine weitere Nacht gebucht, aber was sollte ich hier noch einen weiteren Tag lang machen?! Nein, ich musste handeln! Ich sprintete zur Rezeption, erklärte dem netten Herren meine Lage und bekam mein Geld zurück, packte in Windeseile alles zusammen und stand pünktlich um 10 Uhr bei Platzregen und Eiskälte am Straßenrand. Ich wollte hier weg, so schnell wie möglich und vielleicht würde ich in ein paar Tagen zurückkommen.
Nach einer guten halben Stunde sammelte mich ein irrischer Geschäftsmann ein, er hat 6 Kinder, von denen er mir all den Weg bis nach Wanaka erzählte, ebenso von seiner Frau und der Suche nach dem "place where he belongs". Den fand er nach jahrelanger Suche in Neuseelands Süden und hat diesen seither nicht mehr verlassen.
So, nun war ich in Wanaka. Hier war es paradiesisch und auch das Wetter besserte sich. Ein Ort direkt am gleichnamigen Wanaka Lake, der sich lieblich um gigantische Berge mit weißen Berggipfeln schmiegt. Es dauerte keine 2 Minuten und ich hatte mich verliebt! Also nahm ich mein Longboard und erkundete die Stadt, traf super freundliche Menschen und gönnte mir abends eine gute Zeit im Fitzpatrick's Irish Pub, zusammen mit einer ganzen Scharr junger Leute. Am Folgetag stand Queenstown auf meinem Plan. Welch Wunder, sobald ich einen Fuß nach draußen setzte fing es rechtzeitig an zu regnen. Glücklicherweise hielten schon bald 2 Backpacker und nahmen mich mit nach Queenstown. Hier hatte ich nun 5 Tage Zeit um irgendetwas anzustellen.

Samstag, 3. Mai 2014

Abel Tasman Nationalpark

Mit festgeschnürrten Wanderschuhe, warm eingepackt in Pullover und Regenjacke und ein Rucksack voll mit Proviant, so stand ich am Morgen parat zum Aufbruch in den Abel Tasman Nationalpark. Chris fuhr mich hin, ich kaufte mir ein Ticket für das Water Taxi und wartete bis zur Abfahrt. Bis dahin waren es noch mehr als 50 Minuten, also schaute ich mich mal um. Wintersaison, das bedeutet, dass viele Geschäfte und Cafés geschlossen haben, Zeit der Geisterstädten. 
Um 09:30 Uhr wurde ich mit ein paar anderen Touris in ein Boot eingeladen und an's Wasser gefahren. Unser Guide legte los, jedoch konnte die Fahrt nicht annähernd mit dem gestrigen Erlebnis mithalten. Er zeigte uns ein paar sehenswerte Felsen, Pinguine und Seelöwen, dann sprang ich am Barks Bay raus, um die 20k bis zum Anfangspunkt in Marahau zurückzuwandern. Da hatte ich mir was vorgenommem und blöderweise hatte ich meine Taschenlampe vergessen...
Schon als ich aus dem Taxi ausstieg war mir klar, dass sich die 40$ für den ride gelohnt hatten! Der erste Strand war bereits unfassbar schön! Blau-grün-türkis-farbenes glasklares Wasser auf goldfarbenem Sand, ein Strand bei Flut kaum 3 Meter breit, bevor er von gesättigtem Grünland abgelöst wird. Ich folgte dem Trek über Hügel und Berge, durch tiefsten Dschungel und menschenleere Sandstrände, sah komische Vögel, die auf einem Bein herumsprangen und einen Affentanz veranstalten, hinweg über Hängebrücken, Stock und Stein. 
Da ich gut draufhielt, schaffte ich es pünktlich zur Dämmerung am Ziel anzukommen und kontaktierte Chris, damit er mich abholt. 





Ich wartete. Und wartete und wartete. Es wurde dunkel und kalt, keine Menschen waren nun mehr unterwegs, bloß ich saß noch hier. Mittlerweile war es stockdunkel, ich konnte nichts mehr sehen, bis eine SMS von Chris kam. Er war im Haus am arbeiten und hatte Zeit und Handy aus den Augen verloren. Als er ankam entschuldigte er sich mit einer leckeren Portion Fish 'n Chips in einem Outdoor Café. 
Zu Hause nahm ich eine heiße Dusche und die Welt war wieder in Ordnung! :) Ich kuschelte mit der Katze bis ich müde aber sehr zufrieden einschlief. 9 Stunden später erst war ich wieder unter den Lebenen, machte meinen Backpack startklar und wurde von Chris an einen guten Spot zum hitch hiken gebracht. 2 1/2 tolle Tage waren zu Ende und ich würde heute versuchen in Richtung Franz Josef Glacier zu kommen. Ein paar Minuten, nachdem ich mich von Chris verabdchiedet hatte, hielt Collin an und nahm mich ein Stück mit. Er war gut gekleidet, das war sein Job. Was genau er machte verstand ich zwar nicht, aber irgendetwas in der Fashionbranche. Das erklärte auch die Wahl seiner Schuhe. Er trug schwarze Wildlederschuhe, die nach vornehin spitz zuliefen. So schick diese auch waren, als er mir half meine Sachen einzuladen fiel der Absatz ab und wir mussten herzlich lachen! Da er nach Christchurch fuhr und ich die Westküste hinunter wollte, trennten sich unsere Wege an einer Gabelung. Und an dieser sollte ich eine ganze Weile stehen bleiben. Nach mehr als einer Stunde hielt ein älteres Paar an, sie konnten mich leider nicht mitnehmen, da sie in eine andere Richtung fuhren. Also wartete ich weiter. Dann, irgendwann hieltein älterer Herr an. Zwar fuhr auch er nicht exakt in meine Richtung, aber zumindest würde ich so hieraus diesem Loch kommen, also stieg ich ein und erst kurz vor Westport wieder aus. Ein weiteres Mal für diesen Tag streckte ich meinen Daumen raus, bis wenig später ein silberfarbener Toyota hielt, der mir irgendwie bekannt vorkam. Es war wieder das nette ältere Ehepaar von zuvor! Wir amüsierten uns über diesen Zufall. Sie hatten sich verfahren und mussten nun in die selbe Richtung wie ich, somit passte wieder alles. Die zwei waren richtige Goldstücke, ein couple aus Westaustralien, wahnsinnig süß. Ich hoffe eines Tages mal zu sein wie sie! :) Es fühlte sich fast an, als seien es meine eigenen Großeltern. Sie scherzten viel. Zusammen schauten wir uns die Pancake Rocks an.

Abends erreichten wir Hokatiki, wo ich mir ein Hostel suchte, in dem ich gerade sitze, eingekuschelt in einer Decke im Gemeinschaftswohnzimmer, währenddessen die anderen einen Film schauen und Tee schlürfen. Morgen geht's zum Franz Josef Gletscher und den Tag darauf werde ich, wenn aes gut läuft den Fox Glacier bezwingen. 

This is the South Island

Früh Morgens quälte ich mich aus den Federn, um irgendwie zum Terminal der Interislander Ferries zu gelangen. Ich suchte mir eine Busverbindung, den Rest lief ich zu Fuß. Das klappte alles besser als erwartet und so checkte ich überpünktlich, backpackeruntypisch, ein und wartete bis sich die Pforten öffnen würden. Das geschah in etwa 40 Minuten später. Es war lustig, der Zugang zum Schiff ging vom Eingangsgebäude so nahtlos über, dass ich gar nicht bemerkte schon über dem Wasser zu gehen. In der Tat war die Ferry riesig, kaum zu glauben, dass das ein Schiff sein soll. Die MV Kaitaki misst fast 182 Meter und befördert täglich auf ihren 10 Decks bis zu 600 Autos und 1650 Passagiere von Wellington nach Picton. 
3 Stunden später stand ich wieder mit beiden Beinen auf festem Boden - Willkommen auf der Südinsel, hallo Picton.
Da stand ich nun, finally, aber was nun? Ich entschied mich bis nach Blenheim zu trampen. Hier hatte ich schon viel schönes von gehört. 30 Minuten wartete ich bis mich ein netter Geschäftsmann einsammelte und nach Picton brachte. Er bot mir sogar einen Job an, den ich aus Zeitgründen leider nicht annehmen konnte! In angekommen hörte ich meinen Magen knurren und so beschloss ich ganz schnell im nächsten Backpackers einzuchecken, mich danach auf mein Longboard zu schwingen und etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Auf dem Weg zum Supermarkt schaute ich mir ein wenig die Stadt an. Hier gefiel es mir. Blenheim selbst und die ganze Gegend der Marlborough Sounds ist bekannt für seine vielen Weingüter und guten Tropfen. 
Im Hostel lernte ich David kennen, der am nächsten Tag, genau wie ich, nach Nelson trampen wollte, also taten wir uns zusammen. Ein Mitarbeiter des Hostels gab uns einen lift zu einem guten Spot.
es hätte uns schlechter treffen können! :)

Zuerst hatten wir nicht so viel Glück, es dauerte locker 1,5h bis uns jemand mitnahm. Aber dann ging es strickt durch nach Nelson, ab wo ich wieder alleine weiterzog. Ich organisierte mir eine Couch, musste jedoch bis abends warten und so erkundete ich ein wenig die Umgebung und versuchte so viel herbstliche Sonnenwärme wie möglich zu tanken, bevor sie von der abendlichen Kälte überwältigt wurde. Um nicht zu frieren, verkroch ich mich für ein paar Stunden im Supermarkt, bis Chris mich abholte und in mein neues Kurzzeitzuhause brachte. Damit meine ich ein Haus in dunkelgrüner Farbe und viel Holzverkleidung, und Weinreben, die ein paar Wände zierte, wunderschön! Draußen gab es noch einige andere Gebäude. Was sich darin verbarg zeigte Chris mir dann. Werkstätten, uralte, wunderschöne Autos, Cadillacs und Motorräder, darunter eine Harley Davidson von aller feinster Sorte. Ich war sprachlos. Chris war so in seinem Element mir alles zu zeigen, dass er das Spülwasser in der Küche komplett vergas, das ungehindert fröhlich vor sich hinplätscherte und das halbe Haus unter Wasser setzte! :D 
Hier lebt also Chris, er und seine beiden Schäferhunde, sowie eine schmusrige Katze. Den Abend saßen wir zusammen und überlegten, was man am nächsten Tag machen könnte. Mit Metallica im Ohr und einem alten Atlas vor Augen entschieden wir uns einen Freund von ihm zu besuchen, der direkt an einem Fluß wohnt und ein Jet Boat hat. Na dann los!
Nach einem guten Frühstück fuhren wir 1,5h in die Nähe von Westport. Das Wetter war auf unserer Seite als wir ankamen und Punga uns begrüßte. Punga ist ein älterer Herr, Großvater, der hier draußen am Fluß lebt, alleinr und im Einklang mit sich selbst. Er erinnerte mich ein wenig an die Gestalt des Alm-Öhi, nur etwas kleiner. Sein Haus hat er komplett selbst gebaut. Ein cooles, sehr außergewöhnliches Häuschen! Bevor es aufs Wasser ging, wollte ich noch schnell auf Toilette, als ich jedoch danach fragte fingen Chris und Punga herzlichst an zu grinsen. Warum ist das so komisch? Punga zeigte mit dem Finger aus dem Fenster auf eine Blechhütte. Mh, na gut, was solls. Ich lief also hin und stellte mich auf eine normale Outdoor-Toilette ein, was mir aber erwartete, war etwas mehr als verrücktes.
Sieht zunächst noch ganz nett aus, wenn man die Tatsache vergessen könnte, dass das Ding hier eine Tür hat! Ja, ganz recht. Man schaut direkt auf den Highway! :D Das kann nicht sein ernst sein?! Ich zögerte kurz, dann war es mir egal. Kein Toilettengang zuvor war so abendteuerlich wie dieser! 
:D

Bereits belustigt ging es nun raus zum Bootfahren. Mit voller Ausrüstung legten wir das Boot in's Wasser und sofort ging es mit Vollspeed los. Da wurde das Müsli vom Frühstück einmal schön durchgeschüttelt! Aber es machte riiiesigen Spaß! Mein Actionbarrometer wurde mit Adrenalin gefühlt und stieg in's Unermessliche, sodass mir nach kurzer Zeit die Wangen nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Spannung vom vielen Lachen schmerzten. Als ich der Spaß wäre vorbei, fing er erst richtig an. "Du weißt doch, wie man Auto fährt, oder?!" Mit diesem Satz stand Punga vom Fahrersitz auf und forderte einen Platzwechsel. Wie jetzt, ICH soll fahren? Im Ernst? Also gut! :) Es war überragend! Wunderschöne Landschaft, Sonnenschein und jede Menge Spaß, so stelle ich mir einen gelungenen Tag vor. Zum Aufwärmen gab es Tee und Gebäck, anschließend ein warmes Abendessen am Karmin. Danach ging es zurück nach Hause, Kraft tanken für den kommenden Tag. 

der Blick vom Fluß auf Pungas Haus&Land
Chris und ich
Vollgas!!!

Gisborne

Es hat nicht mal 30 Minuten gedauert, da hielt der erste Trucker an und nahm mich ein Stück mit. Über Funk informierte er seine Kollegen und wartete ab, ob mich jemand weiter mitnehmen könnte. An einer Tankstelle hielt er an und organisierte mir einen lift nach Waiora, halbe Strecke bis Gisborne. Neil, der Fahrer, lud mich und meinen Backpack in seine Truck und los ging's, er erledigte auf dem Weg noch ein paar Auslieferungen, ich durfte zuschauen. :) In Waiora angekommen ging es Schlag auf Schlag, mein Backpack wurde auf den nächsten Trailer geschmissen schwups saß im Fahrerhaus. Die Trucker sind alle wahnsinnig lieb und hilfsbereit, es hat sich wohl auch schon herumgesprochen, dass da ein junges Mädel aus Deutschland herumtourt und über jeden lift dankbar ist. Ray, der nächste Trucker erklärte mir viel über die Gegend, zeigte mir ein paar hübsche Lookouts und bretterte mit seinem Riesentruck durch engste Kurven und über steilste Berge, alles total relaxt. Nicht umsonst heißt ein Stück des Highways the devils elbow. Ray machte seine Sache sehr gut und ich fühlte mich sicher. 
Die Gegend hier ist wunderschön! Überall liegen glasklare Seen und Berge mit Schafen, Kühen, Ziegen und Pferden, die sich im Wasser spiegeln, alte Brücken und kleine Dörfer. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. 
Zu guter Letzt, bereits am Eingang von Gisborne, nahm mich ein alter Kühlschrankverkäufer, bereits im goldenen Alter, mit in die Stadt, bot mir an mein Gepäck in seinem Shop zu lagern und mir ein Bild von seiner Heimat zu machen. Das tat ich gerne und es wurde ein wunderschöner Tag in einer hübschen kleinen Stadt. Abends holte ich meine Sachen wieder ab, quasselte noch kurz mit seiner Frau, die kaum glauben konnte, dass ich alleine unterwegs war, und verabredete mich dann mit Rory, meinem couchsurfing host für die nächsten 2 Tage und Nächte. Er holte mich nach der Arbeit ab und zeigte mir sein Reich. Wer ein Nirvanaplakat und den Songtext von Stairway to Heaven im Wohnzimmer hängen hat, kann doch nur cool sein, oder was meint ihr? Er ist Handwerker, wohnt in einem kleinen Haus zusammen mit einem Mitbewohner und seiner zuckersüßen Hundedame Zaggy, die mich sofort nach Ankunft in Beschlag nahm. Abends kam noch Karl, ein Freund von ihm, vorbei und zu dritt zogen wir ein wenig um die Häuser. Karl würde am nächsten Tag Richtung Wellington aufbrechen und bot mir an mich mitzunehmen, es würde ein kleiner Roadtrip werden. Das klang doch gut! Damit war die Sache geritzt. 
Am nächsten Tag, Anzac Day (Nationalfeiertag in Australien und Neuseeland am Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen sowie Soldaten aus Tonga im Ersten Weltkrieg), düsten wir los und besuchten einen seiner Freunde in Napier, der als Chef Koch in einem Restaurant arbeitet und hatten somit das Glück Freiverzehr zu genießen. ES WAR EIN GAUMENSCHMAUSS! Und so massig, dass ich noch fast den ganzen nächsten Tag davon zu zehren hatte. Auf der Weiterreise nach Wellington besuchten wir noch ein paar Freunde und sein Patenkind, gerade 15 Wochen alt und zuckersüß!! Hier blieben wir 2 aufregende Tage bevor wir nach Wellington fuhren. Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Für meinen Geschmack ganz hübsch, jedoch verkehrstechnisch die reinste Irritation aus one way streets und Baustellen. Irgendwie haben wir uns doch noch zurecht gefunden und ein wenig umgeschaut. Ja, und dann war es wieder soweit, goodbye friend! Karl fuhr zurück nach Gisborne und ich checkte in's Hostel ein, um am folgenden Morgen die Interisland ferry Richtung Southisland zu nehmen. 

auf dem Weg nach Welly :)