Freunde der Sonne, heute hatte ich wirklich einen "Scheißtag", im wahrsten Sinne des Wortes! Warum erfahrt ihr gleich.
Alles fing damit an, dass ich mich heute Morgen um 6 am auf die Socken machte, um irgendwie zu meinem Probearbeiten in einem Lobby Café in North Sydney zu kommen. Wider Erwarten schaffte ich das ohne mich einmal zu verfahren und hatte sogar das Glück im frühen Morgen, als die Sonne noch recht tief stand, über die Harbour Bridge entlangzufahren und dabei einen traumhaften Blick auf das Opera House zu haben. Sehr zufrieden stieg ich einige Zeit später in einem recht noblen Viertel aus. Als ich mich umschaute, fühlte ich mich in meiner schwarzen Arbeitskleidung, die ich mir mehr oder minder von meinen roommates zusammengeschnorrt hatte, vollkommen underdressed. Die Menschen um mich herum waren alle in superschicke Kostüme gepackt und hetzten mit ihrem Coffee to go von einem Wolkenkratzer zum anderen, um ihr nächstes Gipfeltreffen nicht zu verpassen. Vor einem riesigen Glaskasten, der zig Meter nach oben schoss, blieb ich stehen, denn mein Navi sagte mir: "Sie haben ihr Ziel erreicht!" Nunja, da war ich baff. Unauffällig huschte ich mit einer jungen Dame durch den Nebeneingang, da der Haupteingang noch verschlossen war und meldete mich am Lobby Café. Das Team bestand aus 4 Asiaten, ich wurde sehr freundlich von Lilly, der Managerin eingearbeitet, nach 3h bedienen, den australischen Barnie Stinsons ihren Wach-auf-Kaffee bringen und abwaschen war das Training vorbei, ich hinterließ meine Daten, bedankte mich mit einem ungewissen Gefühl auf den Heimweg. Da Lilly noch andere Bewerberinnen hat, wollte sie sich die nächsten Tage melden und ihre Entscheidung mitteilen - na, mal sehen! Die Zeit bis zu meinem nächsten interview verbrachte ich in der Members Lounge damit weitere Bewerbungen rauszuschießen. Neben den typischen Jobs habe ich mich nun sogar als Gärtnerin, Autowascherin und sogar Maskottchen in einem blauen Vogelkostüm beworben...Mit dem Zug fuhr ich zu meinem Interview, so nahm das Unglück seinen Lauf. An der train station angekommen wollte ich mich nur noch mal fix umziehen und frisch machen, als es passierte: Mein iPhone verselbstständigte sich und ratet mal, wo es gelandet ist?! Sehr richtig, in der Bahnhofstoilette! Die Rädchen in meinem Hirn begannen auf der Stelle nervös zu rattern, es gab nur 2 Möglichkeiten: Ich hätte es ignorieren und einfach da unten liegen lassen oder tatsächlich in die Suppe reingreifen können. Da ich aber Backpacker bin und mir ein solches Malheur nicht leisten kann...entschied ich mich...für Letzteres!!! Das einzig gute daran: Das iPhone lebte!! An alle Apple-Kritiker: Na, wenn das nicht mal ein absoluter Härtetest war! Noch Fragen?
Höchst angewidert wusch und trocknete ich alles, denn ich hatte keine Zeit, mein Interview wartet! Meine Stimmung besserte sich nicht, als das Interview nicht stattfand, Angella erschien einfach nicht und ich beschloss nach 20 Minuten abzuhauen und zu meinem 3. Termin an diesem Tag zu fahren. Jetzt gab es nur ein Problem: Mein iPhone machte keinen Mucks mehr, Adresse und Telefonnummer hatte ich aber nur als SMS gespeichert...Eine Idee hatte ich noch: Ab in's nächste Internet-Café und schauen, wo ich hin muss. Bis ich aber das nächste aber auch heruntergekommenste Café fand, hatte ich so viel Zeit verloren, dass ich auch diesen Termin nicht mehr wahrnehmen konnte, da ich mit dem Zug über 40 Minuten hätte fahren müssen. Etwas geknickt, aber dennoch belustigt über die Ironie dieses Tages kaufte ich von den letzten Groschen, die ich in der Tasche hatte, Instant Noodles und ging nach Hause. Dort wartete Elena, die genauso wenig Glück hatte wie ich. Wie ein altes Ehepaar tauschten wir unsere bad stories aus. Nachdem ich mein mobiles Funktelefon ein paar Minuten aufgeladen hatte, leuchtete mein Display auf, jesses, da war ich erleichtert. Einen kleinen Schaden hat es trotzdem davon getragen: Ich kann nur noch mit Lautsprecher telefonieren. Der Tag war eben wirklich ein "Griff in's Klo".
Heute Abend lassen wir es uns dafür gutgehen und werden mit all den anderen Hostelbewohnern free BBQ und schauen vielleicht noch einmal auf dem Sydney Festival im Hyde Park vorbei. Wobei ich auch dort vor 2 Tagen eine Schrecksekunde erlebt habe, als ich auf dem Heimweg mit den anderen den Bürgersteig entlang lief und plötzlich von einer meiner roommates hastig zur Seite gezogen wurde. Grund dafür war eine etwa 5 cm große Spinne, die an einer Mauer hing und gerade eine cockroach verspeiste. Wir sind uns nicht zu 100% sicher, aber es sah ziemlich nach einem männlichen Exemplar der berühmt berüchtigten funnel-web spider, zu Deutsch: Trichternetzspinne aus - Herzlichen Glückwunsch!
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