Mit Andy hatten wir den ultimativen Jackpot gezogen. Sein Haus schien richtig schön zu sein! Wir suchten den Schlüssel an vereinbarter Stelle und gingen hinein - keiner da. Drum beschlossen wir uns erst einmal eine richtige Dusche zu gönnen! :) Dann saßen wir mit all unseren Sachen auf der Treppe und warteten. Komisches Gefühl in einem fremden Haus zu sitzen und zu warten bis die Besitzer heimkommen...Irgendwann öffnete sich die Tür und Andy's Mitbewohnerin Sofie kam nach Hause, schaute etwas verdutzt, hieß uns dann herzlich Willkommen und zeigte uns das Haus. Zweistöckig, sehr hübsch eingerichtet mit allem modernen Schnick Schnack, den man so "braucht". 3 Hunde, die leider nicht zu Hause waren, ein Balkon mit Blick auf den kleinen aber wunderschönen Garten und ganz viele Musikinstrumente, Räucherstäbchen und Schallplatten. Für uns wartete im großen, offenen Wohnzimmer eine Doppelmatratze mit Blick aus dem Fenster. Sofie musste leider wieder los, sagte aber, wir sollen uns wie zu Hause fühlen. Also kochten wir uns erst einmal leckere Instant Noodles und ruhten uns aus, bis Andy nach Hause kam. Gut gelaunt kam er ein paar Stunden später die Treppe heraufgehüpft und begrüßte uns! Baff waren wir, als plötzlich auch noch Michael reinkam! :) Nachdem wir bei ihm in Brisbane ausgezogen waren, beschloss er es uns gleich zu tuen, da er mit seinen Mitbewohnern nicht mehr klar kam. Die einzige Kommunikationsmöglichkeit zwischen den Zockern und ihm war der Facebook-Chat. Wenn sie mal aus ihren Zimmern herauskamen, um die nächste Pepsi aus dem Kühlschrank zu holen und Michael sie bei der Gelegenheit ansprach antworteten sie nur: Wir klären das gleich über Facebook. Welch ein krankes und trauriges Leben...Na jedenfalls wohnt Michael jetzt halb bei Andy und halb bei seiner Freundin und wir freuten uns ihn wiederzusehen! Andy fragte uns, ob wir nicht Lust hätten Kanu fahren zu gehen, das Meer ist nur einen Katzensprung von seinem Haus entfernt. Natürlich haben wir Lust! Am Ende der Straße schoben wir das Kanu in's Wasser und paddelten drauf los. Wir sahen dutzende Jelly Fishs im Wasser, Andy meint, die sind ungefährlich. Um uns herum die Reichen und Schönen auf ihren Booten, die Skyline im Hintergrund, was ein Leben! Nach 45 Minuten erreichten wir eine verlassene Sandbank. Wir schlenderten den menschenleeren Strand entlang, sahen Kängurus und quatschten. Auf dem Weg zurück zum Kanu, das wir an der Anlegestelle zurückgelassen hatten, verliefen wir uns zum ersten Mal. Warum ich das erwähne werdet ihr gleich merken. Beim zweiten Versuch fanden wir es und bevor wir richtig im Kanu saßen, warf Andy das ganze Teil inklusive uns Mädels in's Wasser! :D Patschnass wie zwei Kanalratten kletterten wir wieder rein, diesmal saß Elena ganz hinten, Andy in der Mitte und ich vorne. Diese Konstellation war etwas mhh, ich sage mal...unglücklich, denn anstatt vorwärts zu kommen drehten wir uns die meiste Zeit unkontrolliert im Kreis! :D Als Andy die Steuerung wieder übernahm, gelangten wir irgendwann zurück an's Ufer. Dort trafen wir Michael mit seinem Kajak, der uns beobachtet und wahrscheinlich halb totgelacht hatte. Das Kanu war recht schwer, wir hoben es aus dem Wasser und trugen es an die Straße, bis Andy plötzlich bemerkte, dass wir an der falschen Stelle ausgestiegen waren, 2 Blocks zu früh. Andy, wie lange wohnst du schon hier? :D Na gut, nächster Versuch. Wir zogen das Kanu ein zweites Mal aus dem Wasser und jetzt ratet, was passierte...? Wieder falsch! :D Alle guten Dinge sind 3, nicht wahr? Und so schafften wir es doch noch den richtigen Weg zu finden. Zu Hause duschten wir uns heiß ab, zogen uns trockene Klamotten an, tranken Tee und aßen Backwaren von Michaels Freundin, die beim Bäcker arbeitet und abends immer jede Menge liegengebliebene Leckereien mitbringt. Danach saßen wir zusammen und die Jungs machten Musik mit Gitarre, Bongo, Ukulele und Klankhölzern und bunden uns talentfreie Backgroundsängerinen mit gestörtem Rhythmusgefühl mit ein. Dann zeigten sie uns Musikstücke ihrer Band Awkward Passion, die Jungs haben es echt drauf, wobei man auch sagen muss: Die zwei haben einen kompletten Schuss! :) Zum Schluss spielte Andy draußen auf dem Balkon Nothing else matters auf der Gitarre, das erinnerte mich an früher... :)
Gestern planten wir in die Stadt zu fahren. Andy bot uns an sein Fahrrad zu benutzen. Einer fuhr, der Andere saß auf dem Gepäckträger, irgendwie sorgte das für Aufsehen, die Leute feierten uns. :) 6km später waren wir in der Stadt, schauten uns um, klapperten die Geschäfte ab und fuhren abends durch Wind und Wetter zurück. Wie hätte es auch anders sein können: Plötzlich sprang die Fahrradkette heraus und der Hinterreifen verlor Luft, wir liefen den restlichen Weg zu Fuß während Blitze über unseren Köpfen zuckten. Als wir die Tür hereinkamen, sahen wir schon, dass die Hunde da sind, juhuu! 3 kleine Wollknäuele, einer süßer als der andere! Gismo, Grovy und Bella :) Mit ihnen beschäftigten wir uns den ganzen Abend, bis wir todmüde umfielen und einschliefen. Heute Morgen wurden wir von den kleinen Rackern geweckt, zogen uns an und machten uns mit Andy, Michael und Josh, einem Freund der beiden, auf den Weg zum Baden, Gitarre, Bongo, Kanu, Surfbrett und Bier im Gepäck! In einem Fluß, der in's Meer mundete, badeten wir den ganzen Tag, lagen in der Sonne, hatten ein paar Snacks und jede Menge Spaß! Gegen Abend fuhren wir in den Springbrook National Park, Andy zeigte uns die besten Plätze: zuerst die Purlingbrook Falls. Er kletterte durch die Absperrung, wir folgten ihm etwas unsicher bis zum Abgrund. Mir wurde schon ein wenig schwummerig in der Magengegend, aber der Ausblick dafür war unbezahlbar! Wir setzten uns auf die vordersten Steine, danach ging es nur noch runter, und runter, und runter! Ein Bild wie aus dem Dschungelbuch und dabei ging die Sonne unter. Atemberaubend schön. Endstation waren die Glow worm Caves. Wir wussten nicht so genau was uns erwarten würde und kamen uns ein wenig komisch vor im Stockfinsteren aus dem Auto auszusteigen und durch den Dschungel zu laufen, abgesehen davon war verdammt gruselig! Wir erreichten die Höhlen und auf einmal wussten wir warum wir hergekommen waren. Ein paar Treppenstufen weiter unten bot uns ein Bild, dass sich kaum beschreiben lässt, ich versuche es trotzdem. Alles ist schwarz, an der Felsdecke leuchten und funkeln plötzlich abertausende kleine grün-gelbe Pünktchen und bilden Sternbilder. Alle zusammen schaffen es sogar so viel Licht zu produzieren, dass man doch tatsächlich ein wenig der Höhlenumrisse erkennen kann. Wie tausende kleine Diamanten hängen sie da und tuen nichts außer schön aussehen. 10 Minuten standen wir wie angewurzelt da und schauten dieses Naturwunder an. Bis die Gruppe Japaner kamen...Dann war's vorbei mit der Ruhe. Trotzdem war es ein Highlight. Ich habe mir früher oft die Frage gestellt, welches Sinnesorgan ich eher abgeben könnte: Augen oder Ohren. Für mich war klar, dass ich niemals auf Musik verzichten könnte, also würde ich am ehesten meine Sehfähigkeit aufgeben. Mittlerweile und gerade auf Grund solcher Momente könnte ich mich gar nicht entscheiden und bin froh beides zu können! Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, um euch teilhaben zu lassen, aber solche Bilder bleiben zum Glück fest in meinem Kopf!
der Weg nach Hause


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