Samstag, 17. Mai 2014

Lake Tekapo, eine Augenweide

Nach meiner Ankunft suchte ich nach einem Hostel. Das mir günstigste bekannte Hostel befand sich auf einem Hügel. Ächzend und im Windschatten einer jungen Amerikanerin kam ich dort an. Das Mädel checkte ein währenddessen ich mich umsah. Dann war ich an der Reihe und hoffte mich verhört zu haben, als die Dame am Empfang mir erklärte, dass das Hostel ausgebucht sei. Während meiner gesamten Reise ist mir so etwas noch nie passiert! Wenigstens war sie so freundlich und erledigte ein paar Telefonate, um mir das letzte Bett in einem anderen Hostel zu reservieren. Verrückt, es ist Nebensaison und trotzdem so busy hier. Im Endeffekt checkte ich nun im Centrum des kleinen Örtchens ein, hatte free Wifi und zahlte sogar weniger als in meinem ursprünglich angepeilten Backpackers! :) 
Sobald ich meine sieben Sachen in meinem Zimmer abgelegt hatte, schaute ich mir die Umgebung an, kaufte endlich etwas Gescheites zum Essen (bitte nicht lachen, es gab Pasta mit Tomatensoße! :D) und wanderte den dort bekannten Mount John hinauf, um eine tolle Rundumsicht auf den Lake zu genießen. Es war fabelhaft! Zum Sonnenuntergang trat ich den Heimweg an.


Adjoa spielt verrückt! :D

was will sie bloß damit sagen...?

Zufällig traf ich einen Freund von Mount Cook wieder, der verzweifelt in der Dämmerung nach einem Hostel suchte. Er hatte also weniger Glück als ich gehabt und musste sich mit einem Campingplatz zufrieden geben, der arme Kerl!

Mount Cook/Aoraki

Nach meinem dritten und vorerst letzten Aufenthalt im wunderschönen Wanaka machte ich mich auf Richtung Mount Cook. Gerade als ich mich an die Straße stellte und den Finger hob hielt ein Auto an. Ein Mann kam auf mich zu und zückte seine Geldbörse. Na, was soll das denn werden?! Er zeigte mir seine Dienstmarke und fragte mich, ob ich oft hitch hike. Nunja, bereits seit fast 6 Wochen nahezu täglich, um ehrlich zu sein. Ich rechnete damit, dass er mich verwarnen würde, denn ich war mir nicht sicher, ob trampen hier in NZ überhaupt erlaubt war (in vielen Teilen Australiens ist es strikt verboten!). Aber das war nicht der Grund für sein Anhalten. Nein, er hielt mir eine Standpauke darüber, dass ich sehr vorsichtig sein und gewisse Sicherheitsvorkehrungen treffen soll. Danach wünschte er mir noch ganz viel Spaß und einen tollen Trip. Mh. Etwas verdutzt machte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte. Nach ein paar Minuten hielt ein junger Kiwi an und nahm mich mit nach Cromwell, ein kleines Stückchen in die richtige Richtung. An einer Brücke setzte er mich ab, der Spot war nicht schlecht, aber es hielt einfach keiner an. Ich wartete 1 Stunde und hatte die Hoffnung schon fast verloren. Ein Pickup fuhr an mir vorbei, die Insassen starrten mich an, bremsten jedoch nicht, also schaute ich wieder in die Ferne. Plötzlich hörte ich Reifenqietschen, der Pickup setzte zurück, bis er kurz vor mir anhielt. "Wo musst du hin?" "Mount Cook!" "Na los, sping rein!" :) Yay! Es ist ja schon richtig cool, wenn jemand für mich anhält. Aber wenn jemand erst vorbeifährt, man gar nicht mehr damit rechnet, das Auto dann doch noch umdreht, das ist unbeschreiblich schön! Total happy stieg ich ein. Die beiden Schafscherer fuhren zwar nicht bis an mein Ziel, jedoch zumindest wieder ein wenig weiter. Unterwegs telefonierten sie mit ihren Kollegen und organisierten mir so einen weiteren lift. Es war ziemlich lustig! Auf einem Parkplatz wechselte ich das Auto und stieg bei 4 durchgeknallten Maoris ein, die zuvor 3 Amis einen lift gegeben hatten, die nun bei meinem ersten lift einstiegen. :) Die Fahrt war sehr spaßig und als wir Lake Pukaki erreichten musste ich raus. 
Von hier aus war es nun wirklich nicht mehr weit und bald fand ich meinen 4. lift für diesen Tag, der mich an mein Endziel brachte: Mount Cook. Ich checkte in's YHA ein, traute meinen Augen nicht, als ich die Zimmerpreise sah, und ging auf den Schock eine Runde spazieren. 
Die Aussichten waren atemberaubend! Auf der einen Seite sah man noch den unglaublich blauen Lake Pukaki währenddessen sich der anderen Seite riesige Berge mit schneebedeckten Gipfeln in den Himmel ragen und die Sonne langsam hinter sich untergehen lassen. Ich lief zum I-Site, um mir ein paar Informationen zu besorgen. So plante ich 2 Tracks für den folgenden Tag, erst zu Point Kea und anschließend zu Hooker Valley, von wo aus der Blick auf Neuseeland's höchsten Berg, Mount Cook/Aoraki einzigartig schön sein soll. Auf die Frage nach dem nächsten Supermarkt bekam ich nur ein müdes Lächeln entgegnet. "Einen Supermarkt gibt es hier nicht." Wow, das ist nicht wirklich gut. Mal überlegen: Ich hatte noch etwas Couscous, 2 Müsliriegel, eine kleine Dose mit undefinierbarer Pampe aus Gemüse und Soße, einen Apfel und das steinharte Endstück eines Barguettes übrig. Soll für 2 Tage reichen. Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als mich damit zufrieden zu geben. 
Abends genoss ich einen Saunagang im Hostel. Das war auch das Mindeste für den Preis! Außerdem traf ich ein paar liebe Backpacker, mit denen ich abends noch über sämtliche Weltgeschichten quatschte. Danach folgte ein Tag voller Wanderungen, tollen Aussichten und Eiseskälte. Es hat sich gelohnt! 






random. :)
Ein Denkmal, das an all diejenigen erinnert, die ihr Leben hier verloren haben.

Abends in der Sauna konnte ich mich anschließend wieder aufwärmen und nach einer heißen Dusche fiel ich bald in den Tiefschlaf. 
Ruckzuck war es wieder morgen und bei dem Blick aus dem Fenster erschrak ich kurz, denn da draußen herrschte Frost! Ohweija...ich zog mich so dick und warm es ging an, stärkte mich mit Couscous, gezuckert mit Apfel (in der Not schmeckt alles! ;) ) und lief zur Straße, um irgendwie zu meiner nächsten Station, Lake Tekapo zu kommen. Von weitem hatte ich mir einen guten Spot ausgeguckt, bevor ich dort jedoch ankam hielt schon ein Auto an. "Heute läuft's wohl!", freute ich mich! Das nette amerikanische Couple nahm mich mit bis nach Twizel. Selbes Spiel hier! Ich lief zu einer guten Stelle und auf halber Strecke sammelte mich mein nächster lift ein. Ich hatte wirklich einen guten Tag und so kam ich bereits zur Mittagszeit in Lake Tekapon an.

Dienstag, 13. Mai 2014

the postman

Als wir von unserer Tour zurückkamen, erhielten wir unser Gletscherzertifikat und gingen ab dort wieder getrennte Wege. Ich lief zurück in's Hostel, holte meine Taschen ab, verabschiedete mich von Beertrand, dem netten Franzosen, der mir den lift bis hierher geheben hatte, und suchte mir einen geeigneten Spot zum Trampen. Nach nur 5 Minuten hielt ein Courierwagen an. Darin saß ein Kiwi und fragte wo ich hinwolle. "Wanaka!", sagte ich und er nickte. Na das hatte mal Stil! Hitch Hiken mit einem Postman! Auf dem Weg sammelte Matt, wie er hieß, noch 3 andere Hitch Hiker ein und plazierte sie im Laderaum des Vand. Matt ist eine richtig coole Socke, er transportiert täglich neben Paketen und Briefsendungen mehrere Backpacker, auch wenn das nicht erlaubt ist. Wie sagte er so schön: Er macht Urlaub ohne Urlaub zu machen. Damit meint er, dass er jeden Tag Menschen und deren Geschichten aus aller Welt kennenlernt. Er führt sogar ein ziemlich cooles Guestbook, in dem ich mich natürlich auch verewigt habe! :)
Wir lieferten gemeinsam ein paar Sendungen aus, Matt ist hier überall bekannt wie ein bunter Hund! 

Cheers mate! Best ride ever! :-P You ROCK! :)

Gegen Abend erreichten wir Wanaka. Matt brachte mich zu einem guten Backpackers und fuhr weiter. 
Nun war ich schon das dritte Mal hier und es fühlte sich fast so an, als würde ich nach Hause kommen! Aber auch dieser Besuch ist nicht von langer Dauer. Morgen versuche ich zum Mount Cook zu trampen, hoffentlich mit Glück! :)

Finally - the Fox Glacier

yWas abends noch unklar war, klärte sich am nächsten Morgen und ich hatte Glück, meine Tour sollte stattfinden! Endlich! :)
Ich zog mich an, lagerte mein Gepäck im Hostel und marschierte zum Fox Guide Center, um dort einzuchecken. Wenige Minuten später sollte es losgehen. Kat, unser Guide, gab uns eine kurze Einführung, versorgte die Gruppe mit der richtigen Ausrüstung, unter anderem Ice Spikes, dann fuhren wir mit dem Bus zum Gletscher. Heute meinte es das Wetter wirklich gut mit uns, sogar die Sonne lachte. Da der eigentliche Aufstieg zum Gletscher versperrt war, mussten wir den Fluss mit einen Wrafting boat überqueren. Das war schon einmal das erste Abenteuer für heute. Als alle heil auf der anderen Seite ankamen, ging es darum über Steine und Felsen zu klettern und den stürmischen Gletscherfluss zu Fuß zu durchqueren. Kat suchte hierfür eine gute Stelle, an dem das Wasser nicht ganz so tief war und ein paar Steine herausragten, die uns einen Weg durch das eisige Nass boten. Mit vereinten Kräften gelangen wir so zum Gletscheraufstieg. Hier setzten wir uns auf ein paar große Steinfelsen, zogen unsere Spikes an und lauschten Kat's Erläuterungen zur Historie und den Gegebenheiten des Gletschers. So ist der Fox Gletscher 13k lang und bewegt sich gerne einmal zwischen 2-4 Meter am Tag! (Mehr als mancher faule Backpacker an einem lazy day ;) ) Der Gletscherfluss mündet über den Fox River in die Tasmamsee.
Das Eis ist strahlend weiß bis stechend blau, glasklar durchschaubar und wunderschön anzusehen. Drum herum liegen Steine in den tollsten Farben, dunkelblau-weiß-gestreift bis tiefgrün, klitzernd und funkelnd. Dazu blauer Himmel, vermooste Steinwände, in denen diamatartige Tautropfen das warme Sonnenlicht reflektieren. Ich war so sehr mit Staunen beschäftigt, dass ich die Kälte hier gar nicht bemerkte. Mit unseren Spikes unter den Füßen stampften wir den Gletscher hinauf. Ein Mitarbeiter des Guide Centers hackte mit einem Pickel Stufen in das Eis, um uns den Aufstieg zu erleichtern. Es war fabelhaft und machte viel Spaß! 
Nach nur 20 Minuten war die Eiswanderung vorbei und wir liefen zurück zum Bus. 
Ich bin sehr froh, dass der Trip nun doch noch geklappt hat! :)



jeder hilft jedem, so kommt man gemeinsam an's Ziel!
die Spikes sitzen
...was bedeuten bloß diese ständigen Buchstaben?!

watch ur steps!
Flo, auch ein Deutscher, der den Gletscher erklimmt! :)
slippery :) 




Montag, 12. Mai 2014

Wenn's mal wieder länger dauert

Der letzte Abend in Queenstown war sehr gelungen! :) Ich war mit 5 Nationalitäten, wahrscheinlich aber noch viel mehreren, gebührend feiern und kämpfte mich ein paar Stunden später wieder aus dem Bett um mit 2en von ihnen den Weg zurück nach Wanaka anzutreten. Nathalia, eine junge Brasilianerin, die ich vor ein paar Tagen kennengelernt hatte, textete mir in ihrer Not, dass sie am Morgen ihren Bus nach Wanaka verpasst habe und fragte nach Rat. Da die Jungs noch einen Platz im Auto frei hatten, organisierte ich ihr einen lift. Und so fuhren wir zu viert los in meine Lieblingskleinstadt. Normalerweise dauert die Fahrt nur 1 Stunde, wir brauchten 5. Warum? Nunja, um es milde auszudrücken, die "Drecksschleuder" machte schlapp. Als plötzlich Rauch aus dem Motorraum aufstieg mussten wir mitten im Berg anhalten. Eine geeignetere Stelle hätten wir uns nicht aussuchen können, aber wenigstens hatten wir einen schönen Ausblick! ;) 
Mit meinem letzten Trinkwasser füllten die Jungs den Kühlwassertank auf und warteten bis der Motor abkühlte. Nach einer Weile konnte es weitergehen - dachten wir. Keine 20 Minuten später trat dasselbe Problem wieder auf. Wir fanden auch heraus warum: Einer der Helden hatte das Wasser in den falschen Tank gefüllt! :D Okay, anyway!  Um den richtigen Tank aufzufüllen, fehlte uns nun das Wasser! Also versuchten wir alle 4 irgendwo Wasser aufzutreiben. Einer lief hinunter zum Fluß, andere suchten andere Wasserquellen oder hielten andere Autos an und bettelten. Irgendwie klappte es und wir versuchten ein zweites Mal nach Wanaka zu kommen. Nun ratet mal! Ja, wir schafften es nicht. Diesmal brachten wir das Auto aber wenigstens an einem günstigeren Platz zum stehen, direkt an einer Winery! Wir hatten alle noch nichts gegessen, konnten uns hier jedoch auch nichts leisten und mussten der High Society dabei zuschauen, wie sie köstlichste Speisen mit einem Gaumenschmaus aus Wein verkosteten, während wir Steine im Magen hatten. Wenigstens durften wir unsere Wasserflaschen auffüllen und unseres Autos Durst stillen. Nach 5maligem Auffüllen und warten, bis die Motortemperatur heruntergekühlt war, versuchten wir noch einmal unser Ziel zu erreichen. Tatsächlich kamen wir auch ein ganzes Stück voran, scheiterten aber dennoch 24k vor Wanaka. Unser Italiener war trotz allem immer noch zu Scherzen aufgelegt und schlug vor, da wir sowieso warten mussten, bis der Motor abkühlt, eine leckere Pasta darauf zu kochen! :D Ja, trotz der misslichen Situation lachten wir Tränen und hatten eine gute Zeit. Dieses Mal wollte der Motor aber absolut nicht mehr und streikte konsequent, bis wir einsehen mussten, das hier heute Endstation war...Glücklicherweise gab es hier wo wir standen genau ein Haus und wir suchten Hilfe bei dem netten alten Ehepaar. Sie hatten sowieso nichts zu tun, es war Sonntagnachmittag, und so fuhren sie uns netterweise in die Stadt, das Auto blieb stehen, wo es nun war. Also doch noch, wir erreichten Wanaka, endlich! Nachdem wir im nächsten Hostel eingecheckt hatten, stürmten wir den unweit entfernten Supermarkt. Unser Italiener versprach uns eine delikate Pasta mit Lachs und Zitronenraspel, dazu einen Sauvignon Blanc aus den Marlborough Sounds. Man konnte wirklich nicht meckern, es war ein inneres Blumenpflücken! Wohlgesättigt, geduscht und glücklich besuchten wir das Irish Pub, in dem heute Open Mic and Jam Session angesagt war. Die Musik und das Bier mundeten ausgezeichnet, wir hatten viel Spaß und gute Unterhaltung! 
Am nächsten Morgen hieß es dann wieder Abschied nehmen. Nathalie würde zurück nach Queenstown hitch hiken, die Jungs würden schauen, was mit dem Auto geschieht, ich versuchte zurück zum Fox Glacier zu kommen, um nun hoffentlich den track machen zu können. 
Wie ich heute Abend erfahren habe, ist das Auto tatsächlich reif für den Schrottplatz, die Jungs versuchen nun in Queenstown ein neues verlässlicheres Auto zu finden, hoffentlich haben sie diesmal mehr Erfolg!

...see you later Wanaka, my love!






Ich hatte einen guten Tag, 2 lifts bis nach Fox, mit einem Franzosen bin ich den ganzen weiteren Tag gereist, haben einige schöne Zwischenstops auf dem Weg eingelegt und ein fabelhaftes Dinner gehabt. Zur Krönung gab es karamellisierte Bananen mit Schokoladencreme, wow! Im Moment werde ich kulinarisch sehr verwöhnt! 
So, morgen hoffe ich dann endlich den Fox Gletscher zu besteigen, fingers crossed, dass ich diesmal Glück habe. Problem an der Sache ist, dass sich der Gletscher verschoben hat und der eigentliche Aufstieg versperrt ist, weswegen man normalerweise einen Ausweichweg hinaufsteigt. Dieser liegt direkt an einem Fluß. Wenn es nun also zu viel regnet, steigt dieser Fluß über, somit ist auch dieser Track unpassierbar. Nun hat es heute fast den ganzen Tag geregnet...Morgen früh werde ich mehr wissen.

auf dem Weg zum Fox


Samstag, 10. Mai 2014

Queenstown - Der Ort der unbegrenzten Möglichkeiten

******Der Wahnsinn hat einen Namen******

So kam ich unerwartet früh in Queenstown an und suchte mir ein Hostel für die nächsten 4 Nächte. 
Meine Wahl viel auf Deco Backpackers. Es roch ein wenig streng in den Fluren, an sich war es aber sehr sauber und die Leute sehr nett. Etwas plan- und ratlos was ich nun hier tun sollte, schaute ich mir die Stadt an, rollte durch die Straßen und machte mir Gedanken, was ich nun so die nächsten Tage tun wollte. 
Der Blick von meinem Hostel auf den Lake

Resultat: ein Couch'n Cruize trip zu den Milford Sounds und der Nevis 134m Bungy Jump. Man hat hier bei weitem noch viel mehr Möglichkeiten seine Zeit kostenspielig und spaßig zu verbringen, von Jet boating, über Paragliding, Canyoning und Rafting, Flights über die Milford Sounds, Mount Cook und die Gletscher...und nicht zu vergessen ein einzigartiges Nachtleben! Aber ich für meinen Teil hatte mein Restbudget damit vollständig ausgeschöpft.
Was die Sprünge angeht war es anfangs gar nicht so einfach sich zu entscheiden. Da gab es die "harmlosen" Sprünge zwischen 40-50 Metern, den Nevis Bungy oder die Nevis Swing und die bekannte Canyon Swing mit 70 Metern freiem Fall. Ich suchte Rat und sprach mit ein paar Leuten und schlussendlich lies mich folgende Aussage meine Entscheidung treffen: 
Swings are for girls; Jumps are for men !!!!! Need I say more!
Nungut, damit war es beschlossene Sache! :) Es versprach ein aufregendes Wochenende zu werden!

Am Freitag um 07:30 Uhr ging es mit dem Bus los zu den wunderschönen Milford Sounds. Ganze 4 Stunden Busfahrt, einige Lookouts und elendig viele Kommentare des Busfahrers dauerte es bis wir am Hafen ankamen und on board gingen. Hier lernte ich Felix aus Schweden und seine Kumpels aus Italien, Amerika, Irland und England kennen. Eine angenehme, lustige und sehr internationale Gruppe junger Kerle, die sich in den vergangenen Wochen beim Weinmachen kennengelernt hatten. 
Die Aussichten, das Wetter, das Feeling, alles passte und so hatte ich einen langen aber super guten Tag! 




photobomb! :D

Abends besuchte ich ein Irish Pub und genoss Livemusik in netter Gesellschaft.
Dann kam der Samstag. Ich war morz aufgeregt, hatte mir bereits gefühlte dreimillionen Mal das Video des Bungy Jumps im Internet angesehen, heute war ich dran. 
Ich wurde gewogen, beschriftet und in einen Bus eingeladen. "Hey Lisa, you are the only one doing the jump this morning, are you cool with that? Or do you want to wait until afternoon to join another group?" Suuper, das machte mir Mut! :D Aber ich wollte los! Die anderen Mädels im Bus machten alle bloß die Swing auf halber Höhe, ich wollte es dennoch durchziehen und richtig krachen lassen, auch alleine. 
Die Crew war sehr cool, sie erklärten mir alles ganz genau, schnallten mich fest und schneller als ich schauen konnte stand ich in der Gondel. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Bevor es wirklich los ging, fragten sie mich, ob ich meine Taschen ausgeleert und meine Schuhe festgeschnürt hätte. Der Meinung war ich, fälschlicherweise wie sich herausstellen sollte (Erklärung folgt). Der junge Mann, der vor mir gesprungen ist, hat auf dem Weg nach unten einen seiner teueren Hiking Boots verloren, ärgerlich! :D 
Nun aber Butter bei die Fische! Der letzte Karabiner klickte, das Seil hing bereit, ab hier lag es an mir. Ich stand auf der Platform, riskierte einen Blick nach unten und wunderte  mich sehr, ja ich war fast ein wenig enttäuscht. Da ging es nun hunderte Meter bergab, ich hatte mich auch extremes Bauchkribbeln und Panikattacken gefreut, da ich normalerweise Höhenangst habe, aber ich fühlte nichts! Es war verrückt! Lediglich ein geringes Maß an Nervosität machte sich breit.
Ich atmete tief ein.
...3...2...1...LOS!
Und ich sprang und fiel, und fiel, und fiel...und wurde aufgefangen! Ein unglaubliches Gefühl, alles geht so wahnsinnig schnell, man weiß nicht wo man hinschauen soll, man kann keinen klaren Gedanken fassen, alles schießt an einem vorbei, der Boden kommt näher, verdächtig nahe, wenn man die Geschwindigkeit bedenkt, dann wird man mit einem sanften Ruck zurückgezogen, bevor man ein zweites Mal fällt, es gibt einfach nichts vergleichbares! Nach dem zweiten Fall zog ich die Reißleihne an meinen Füßen und baumelte jetzt wie in einer Schaukel in diesem riesigen Abgrund herum, währenddessen mir die Sonne mein glücklich strahlendes Gesicht belohnend wärmte. Ich liebte es und hätte ich das Geld gehabt, ich wäre sofort ein zweites Mal gesprungen! Eindeutig ist das mein Adrenalinhighlight der gesamten Reise! Wer die Möglichkeit haben sollte, macht es! :)




...und weg

BEST EEEEVER!!!!
Achja, bevor ich es vergesse, hier noch die Erklärung, warum ich wirklich großes Glück gehabt habe! Als ich mit beiden Beinen wieder in der Gondel stand und abgeschnallt wurde, wunderte ich mich, was da in meinem Ärmel herumbaumelt! Ich schaute nach und bekam einen kurzen Schreck! Es war mein Hostelschlüssel, den ich wohl in meinem Pullover vergessen hatte, als ich gesprungen war, und der glücklicherweise in diese Richtung gerutsch und nicht hersusgefallen war! :D

Nun verbringe ich noch einen letzten Abend hier in Queenstown und treffe mich mit der netten Gruppe von den Milford Sounds zum Feiern. Morgen nehmen mich eben diese mit nach Wanaka, wie es der Zufall will. :) 
Das Glück ist wieder auf meiner Seite! 

random
der Ausblick Von Nevis: Swing und Bungy
nach Elena's Empfehlung testete ich den weltweit bekannten Fergeburger, zurecht so begehrt!
skypen mit den Liebsten :)