Samstag, 5. April 2014

Auckland - Stadt der Engel

Nunja, am Donnerstagmorgen checkte ich aus meinem Hostel aus, fest entschlossen meine erste Tour in den Norden zu starten - zu trampen. Ich kaufte noch schnell Proviant und wurde bereits im Supermarkt von Richard angesprochen. Ein älterer Herr, sehr aufgeschlossen und neugierig auf meine Geschichte. Er beschloss mir einen lift an eine gute Stelle Richtung Motorway zu geben, steckte mir seine Karte zu und bestand darauf, dass ich mich melden solle, falls ich Probleme haben sollte. Na, das klappt doch wie geschmiert! So nun stand ich dort am Straßenrand. Leider spielte das Wetter nicht mit, es goss aus Kübeln! Ein Glück kam ich schnell an meine Regenjacke ran! Ich war morz aufgeregt, zum ersten Mal Trampen, ganz alleine! Und wohin wusste ich auch nicht wirklich. Um überhaupt einmal eine Richtung zu haben, suchte ich mir die nächste größere Stadt auf der Karte heraus: Whangarei. Ich stellte mich an den Rand der gut befahrenen Straße, es herrschte reges Chaos, die Autos stauten sich. Gut für mich! So war es für denjenigen, der mich mitnehmen wollte, einfacher anzuhalten. Derjenige war dann Richard, ja genau, noch ein Richard. Familienvater, arbeitet für Moonbar und war sehr besorgt um mich. Zwar versicherte er mir, dass ich bei ihm in guten Händen sei, ich aber auf hitch hiking, vor allem in der Gegend überhalb von Auckland, verzichten solle, es wäre viel zu gefährlich! Schon gar alleine als junges Mädchen. Dann stockte er und überlegte lange hin und her. Er meinte, er müsse noch ein paar kleine Jobs erledigen, danach würde er eine Lösung für mich finden. Erst wusste ich nicht, was ich davon halten sollte, aber im Auto war es warm und trocken, also blieb ich sitzen. Während er geschäftliches erledigte, durfte ich einen Moonbar (Müsliriegel) probieren und, OH MEIN GOTT, die sind ja so verdammt lecker! :) Als wir weiterfuhren, unterhielten wir uns über meinen Bildungsweg und Rick meinte, wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, sollte ich doch bei Moonbar einsteigen und den Vertrieb in Europa übernehmen! :D Guter Plan! Wir unterhielten uns über so viele Dinge, Gott und die Welt, Politik, Religion, Lebensweisheiten...Eine Weile später hielt er vor seinem Haus an, erledigte ein paar Dinge, ich sah seine zuckersüße 7 Monate alte Tochter. Als er wieder ins Auto einstieg hatte er die Idee, von der er nicht mehr abwich. Rick wollte mir ein Busticket kaufen. Nein. Nein, also wirklich nicht! Das kann ich unmöglich annehmen! Niemals. Er fuhr zum Bus Terminal und nahm mich mit in's Büro, um sich dort über Angebote und Routen schlau zu machen. Während er sich mit der Dame am Schalter unterhielt und beraten ließ, stand ich hippelig daneben, steppte von einem Fuß auf den anderen und überlegte, wie ich aus der Situation wieder herauskommen würde! Mir war das alles super unangenehm und bevor ich irgendetwas sagen konnte, hatte er bereits gekauft: Einen 5er Flexi-Pass, mit dem ich 5 Strecken meiner Wahl mit einem CityLiner zurücklegen konnte. Ist er wahnsinnig????! Was Rick dafür bezahlt hat verschweige ich lieber! Natürlich sah er mir an, dass ich mich damit unwohl fühlte, aber er bestand darauf, dass ich den Pass annahm. Nun gut, gekauft war er sowieso schon, also nahm ich das Geschenk widerwillen an, obwohl ich damit komplett überfordert war. Am nächsten Tag konnte ich dann also mit dem Bus hinfahren, wohin ich wollte, ich musste nur noch eine Nacht überbrücken. Rick fragte, ob ich das schaffen würde, ob ich einen Schlafplatz hätte. Ich versicherte ihm, dass ich bei einem meiner hosts unterkommen könne, auch wenn ich das noch gar nicht sicher wusste. Egal! Ich wollte ihm nicht noch mehr Grund dazu geben, sich um mich kümmern zu müssen, auch wenn er das gerne tat. Ich bedankte mich so oft und so gut es ging und verabschiedete mich. Als ob das nicht genug sei, drückte er mir außerdem noch seine Karte in die Hand und einen Briefumschlag. Ich konnte es nicht fassen! Aber er bestand darauf ihn ebenfalls anzunehmen, keine Widerrede! Baff, verwundert und komplett gaga blieb ich zurück, sah seinem Auto nach, bis es im Verkehr verschwand und brauchte ein paar Minuten, um den Moment zu realisieren. Was war da gerade passiert? Und wo bleibe ich heute Nacht? Ich habe mir geschworen den Inhalt dieses Briefumschlages nicht anzurühren! Dagegen beschäftigte ich mich fieberhaft mit dem Gedanken, wie ich mich erkenntlich zeigen und mich revanchieren könnte!
Mein erstes Ziel war nun Peter Pans, die Travel Agency, wo ich free WiFi nutzen konnte. So setzte ich mich mit Jamie in Vetbindung, der eine Couch zu vergeben hatte. Ein paar Minuten später hatte ich seine Zusage und machte mich auf den Weg zu seinem Haus - Chateau Le Orakei (die Übersetzung spare ich mir! ;) )
Dort angekommen traf ich nicht ihn, dafür aber 2 deutsche Pärchen, 2 Engländer, 2 Slowenen und eine Philippinnin an. Na hier war ja was los! :) Wie ich später erfuhr, lässt Jamie all diese Leute unterschiedlich lange, bzw. so lange wie sie wollen, bei sich wohnen. Im Endeffekt kam ich auf 14 Leute aus aller Welt, die zusammen in einem mega coolen Haus, 2 davon in einem Baumhaus im Garten wohnen. Mir gefiel es hier! Plötzlich kam einer der Engländer mit einer Tupperdose in die Küche und präsentierte uns seinen Fang, den er im Garten gemacht hatte. Eine Spinne der Kategorie White Tail Spider, nicht tödlich, dennoch sehr giftig. Mh, okay...Ich tue jetzt mal so, als hätte ich das nicht gehört! Er packte das Tierchen in Größe eines Tischtennisballes in den Kühlschrank, warum auch immer...
Den restlichen Abend unterhielt ich mich mit den anderen Bewohnern, skypte eine Runde nach Deutschland und fiel später todmüde, aber glücklich in's Bett.
Am nächsten Tag fuhr ich zurück in die Stadt und buchte mich für den Bus nach Whangarei ein. Solange ich auf diesen wartete, buchte ich mir außerdem ein Hostelzimmer für den Abend. 
Als in in Whangarei ankam, wurde ich vom Besitzer des Hostels abgeholt. Danach checkte er mich ein und zeigte alles. Er und seine Frau sind wirklich zu lieb! Da ich mir am nächsten Tag ein wenig etwas anschauen und danach direkt den nächsten Bus nach Paihia nehmen wollte, bot er mir an mein Gepäck morgens in die Stadt zu bringen, sodass ich mich frei bewegen konnte. Top! In meinem Zimmer hatte ich 2 Deutsche, Corinna, die mich aus Peter Pans aus Auckland wiedererkannte, und Lars, außerdem eine Engländerin, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, shame on me! Lars schenkte mir sein übergebliebenes Abendessen, Nudeln mit leckerster Hackfleischsoße! Meine Augen müssen gefunkelt haben, ich war mega happy über warmes Essen! Im Gegenzug übernahm ich den Abwasch und spendierte ein paar Kekse. Danach saßen wir draußen, Lars, Corinna und noch 2 Kumpels von Lars, Marc und Mike, die er hier kennengelernt hatte, und spielten Kniffel bei einem Bierchen und einem Glas Wein. Es war mega entspannt und lustig, auch wenn ich unglaublich fror, trotz Fleece- und Regenjacke. In der Nacht kuschelte ich mich in's warme Bett mit Schlafsack, 2 Decken und Kissen, es war herrlich! Heute Morgen checkten wir alle aus, Marc und Mike machten sich zurück nach Auckland, Corinna hatte einen Tauchkurs gebucht, sie treffe ich in Auckland wieder, überließen mir freundlicherweise ihr gutes Zelt, womit ich super glücklich war (DANKE NOCHMAL!!! Ihr könnt es euch wirklich gerne im Sommer abholen kommen ;-P), Lars machte sich, wie auch ich, auf in Richtung Norden und die Engländerin wusste noch nicht so genau wohin mit sich. Ich schnallte mir meinen kleinen Rucksack um und startete meine Route zu den Wasserfällen und danach weiter in die Stadt. Bei der Gelegenheit wollte ich gleich und endlich einmal meine brandneuen Wanderschuhe, die ich jetzt 7 Monate mit mir herumgetragen hatte, einlaufen. Blöd nur, dass ich nur noch einen Socken hatte! Ihr könnt euch kaum vorstellen wie unangenehm das Wandern so war! Nie wieder, das habe ich mir geschworen! Typisch Backpacker...Trotz allem war der walk richtig schön, alles grün, viel Wasser, sehr beruhigend. 




beinahe wäre ich auf dumme Gedanken gekommen... :D
Mit wunden Füßen kam ich 3 Stunden später in der Stadt an, holte mein Gepäck ab und schleppte mich zum Bus, der mich in weniger als 2 Stunden in's wunderschöne Paihia brachte. Es ist wirklich ein Traum! Warm, eine kleine Küstenstadt voll mit jungen Leuten, Cafés und Hostels, Strand, Meer, Inseln und Booten. Ich lernte Marion kennen und folgte ihr in ein Hostel, wo ich glücklicherweise noch ein Bett für die Nacht bekam. Das Hostel ist wahnsinnig schön, etwas verwinkelt, man hat das Gefühl immer noch einen neuen Raum zu entdecken. Marion und ich schlenderten in der abendlichen Sonne durch die Stadt, besorgten etwas zu Essen, sahen die Sonne hinter den Bergen untergehen, während sich das bunte Licht im Meer spiegelte und kehrten zurück im Hostel ein, bevor es draußen frisch wurde. Wieder hier angekommen, verlängerte ich meinen Hostelaufenthalt direkt um eine weitere Nacht. Morgen schaue ich mir mit Marian die Wasserfälle an und werde danach faul am Strand liegen! Vielleicht kommt Lars, der gerade im 15-Minuten entfernten Russel ist, mal vorbei. Ich bin gespannt, was der Norden hier noch so zu bieten hat!

Mittwoch, 2. April 2014

Das Ende und der Anfang

Mit Ach und Krach habe ich es zu Chris geschafft und mein Gepäck aufgeladen. WOW ist das schwer! Die letzten 3 Wochen bin ich gut und gerne mit 7 kg ausgekommen, jetzt sind es wieder 30 kg... Naja, auf ging's weiter nach St. Kilda zu Elena! :)) Ich hatte keinen richtigen Plan wie ich dort hinkommen sollte, aber irgendwie würde es schon klappen und so stand ich nach insgesamt 3,5 h Herumgegurke mit Bus, Bahn und Tram in St. Kilda und traf meinen Lieblingstravelmate wieder! :) Die Freude war natürlich groß! Wir liefen zum Hostel, ich checkte ein, wir quatschten eine Runde und schon gleich war es wieder, als wären wir nie getrennt gewesen! :) Zur Feier des Tages aßen wir zusammen Abendbrot in Form von leckerstem Salat und Chicken, besorgten noch etwas zu Trinken und saßen in einer netten Runde auf dem Rooftop mit unseren roommates aus Wales, Seatle und Lyon. Spät nachts gingen wir zu Bett. Tatsächlich, ein Bett! Sogar mit Matratze, für mich ganz alleine, ist das zu fassen? Das letzte Mal, dass ich ein eigenes Bett hatte, war bestimmt schon 3 Wochen her...Ich war überglücklich! :) Man lernt eben auch die kleinen Dinge im Leben zu schätzen! Aber ich hätte mir gewünscht am nächsten Morgen lieber nicht aufgewacht zu sein, denn das war es nun: Mein LETZTER Tag in Oz! Das konnte ich mir ja so gar nicht vorstellen, nach all der Zeit hier! Ich packte meine Sachen ordentlich zusammen, sodass ich später keinen Stress mehr damit haben würde. Dann schlenderten Elena und ich los, St. Kilda entdecken. Überall waren kleine Cafés, Restaurants, Shops und Art Works. Mir gefiel es. 

Zum Abschied hatten wir noch einmal, zum letzten Mal, gemeinsam lunch. 

Danach folgte er schon wieder, der Abschied. Da ich etwas in Eile war, fiel dieser relativ kurz und knapp aus, was sehr gut war, denn so konnte ich nicht all zu viel darüber nachdenken. Ich hatte 2h Zeit zum Flughafen zu kommen und die brauchte ich auch! Es war eine Tortour dorthin zu gelangen und das auch noch mit so vielen schweren Taschen.
Ich war heilfroh, als ich endlich ankam und mein Gepäck aufgab. Alles war gut. Naja, fast. Bei der Gepäckaufgabe fiel mir plötzlich auf, dass ich mein Handy in den Rucksack gepackt hatte, was sehr, sehr schlecht war. Ich hatte den ganzen Tag kein Internet gehabt, um mich mit meinem host in Auckland in Verbindung zu setzen. Jetzt konnte ich dummerweise auch das free Wi-Fi am Flughafen nicht nutzen, um mich bei ihm zu melden. Es half alles nichts, ich musste abwarten bis ich abends in Auckland ankam. Vorher hatte ich einen knapp 4-stündigen Flug vor mir. Leider war dieser sehr unruhig und holprig, sodass ich mehr als erleichtert war, als das Flugzeug wieder auf festem Boden stand! Beeilung, ich musste schnellstens an meinen Rucksack und meinem host schreiben! Glücklicherweise hatte er mir Adresse und Handynummer vorsichtshalber per Email geschickt und ich hatte noch free SMS. Ich schrieb ihm und suchte mir eine Möglichkeit zu seinem Haus zu kommen. Draußen wurde ich von einem Shuttlefahrer angesprochen, er wollte mich für 38$ an mein Ziel bringen, ich handelte auf 20$ runter. Nach einiger Zeit, kurz vor Mitternacht trudelte ich an seinem Haus ein. Ich schrieb ihm noch einmal und wartete vor seiner Tür. Für 1 Stunde. Und dann noch eine weitere...Nach 2,5h hatte ich die Nase voll! Keine Reaktion auf SMS, Klopfen und Klingeln. Ich sah ein, dass ich komplett aufgeschmissen war. Mir blieb nichts anderes übrig, als mir einen anderen Schlafplatz zu suchen, zur Not auch ein Fleckchen Rasen, auf dem ich zelten konnte, wobei es super kalt war und ich ohnehin schon durchgefroren war! Ich lief eine Straße entlang, 2k tat sich gar nichts. Mir war alles egal, ich wollte nur schlafen, hielt Ausschau nach öffentlichen Toiletten und war kurz davor meinen Schlafsack auszupacken und an einer Bushaltestelle zu übernachten! War mir aber dann noch zu gruselig und so zog ich weiter, bis ich an einer Tankstelle vorbeikam, die gerade aufgefüllt wurde. Sie hatte geschlossen. Na super, ich hatte solchen Durst und war hundemüde und sauer über die Tatsache mitten in der Nacht obdachlos durch einen Vorort von Auckland laufen zu müssen! Plötzlich sprach mich Simon an, der gerade dabei war die Tanks mit Benzin zu füllen. "Du siehst verloren aus!", sagte er. "Weißt du, wo du hin läufst?" Ich hatte absolut keine Ahnung und erklärte ihm meine Notlage. Er verstand schnell, schickte mich hinter den Truck und sagte ich solle dort warten. Er würde mich sobald er hier fertig wäre in die Stadt bringen. Aber ich solle mich ruhig verhalten, er dürfe das eigentlich nicht. Also wartete ich ab und schaute ihm zu, während wir uns leise unterhielten. Als er alles erledigt hatte, beluden wir den Truck mit meinen Taschen und schon ging es los. Simon fragte mich ein wenig über meine Reise aus, erzählte, dass er auch schon ein paar Mal in Deutschland gewesen sei, kannte sogar Mainz und Wiesbaden! Dann scherzte er noch, dass er das hier ja eigentlich nicht dürfe und hoffe, dass der Coconut-butter-Geruch von meinen Haaren in seinem Truck ihn nicht verraten würde, da er diesen um 04:00 Uhr an seinen Kollegen abgeben musste. Naja...ich fühlte mich nach der ganzen Aktion eher als würde ich wie ein ganzer Wildtierpark riechen! Wie auch immer. Wir kamen bald in der Stadt an. "Queen Street, hier gibt es einige Hostels mit 24h Rezeption, wir werden schon etwas finden." Er machte mir Mut und ließ mich an einer Ecke raus, wo schon einige junge Leute herumstanden. Das sah gut aus! Er sagte, er würde hier warten, bis ich im Hostel gefragt hätte, ob noch ein Bett für die Nacht frei wäre. Und so war es! Überglücklich rannte ich zurück zu ihm, bedankte mich tausendmal und holte meine Sachen! Vielleicht läuft man sich ja noch einmal über den Weg, denn es heißt ja so schön "Man sieht sich immer zweimal im Leben". Ansonsten bleibt es für mich ein Engel, der mich aus meiner Misslage herausgeholt hat.
Zwar war das Hostel nicht gerade günstig, aber es war mir in dem Moment alles Recht. Ich checkte ein und fiel in's Bett. Am Morgen musste ich um 10:00 Uhr auschecken. Da ich nicht so richtig wusste wohin mit mir, war mein erster Anhaltspunkt Peter Pans gleich um die Ecke, wo ich mein Handy auflud und das Internet nutzte. Der Vollpfosten von host hatte sich nicht gemeldet und reagierte auch auf keine meiner Nachrichten. Dann eben nicht. Ich hatte noch einen host im Petto, ich schrieb ihn an und hoffte, dass wenigstens er sich melden würde, denn ich war ja schon wieder obdachlos! Da ich aber auch nicht den ganzen Tag nur rumsitzen und warten wollte, lagerte ich mein Gepäck in der luggage storage des Hostels, in dem ich die Nacht zuvor geschlafen hatte, und schaute mir die Stadt an. Es gefiel mir hier, nicht zu groß, nicht zu hektisch, direkt am Wasser, alles war sehr zentral und schön. 

Im Visitor Center krallte ich mir ein paar Broschüren, um eine Idee zu bekommen, was ich in NZ eigentlich alles machen wollte, durchforstete sie grob, während ich Park saß und besorgte mir etwas zu Essen. Dann holte ich meine Sachen ab und hoffte, dass ich eine Nachricht von meinem zweiten host bekommen hätte. Fehlanzeige. Ich beschloss ein günstigeres Hostel zu finden und taumelte bepackt wie ein Esel durch die Stadt. Ich fand was ich suchte, checkte ein und genoss einen ruhigen Abend, schaute einen Film, da ich hier free WiFi hatte und schlief irgendwann ein. Heute Morgen verlängerte ich um eine weitere Nacht. Danach frühstückte ich schnell, denn ich hatte noch etwas vor. Den 16k langen Coast to Coast Trek, einfache Strecke. Erst war ich mir nicht sicher, ob sich die Anstrengung lohnen würde, doch das war sie! Entlang und durch verschiedene Parks, nicht zuletzt die Auckland Domain mit dem wunderschönen Wintergarten und dem duck pond, vorbei an Universitäten, wo sich Studenten auf bequemen, weichen Wiesen sonnten und zusammen lernten, die mich nur noch mehr motivierten im kommenden Wintersemester endlich auch als Studentin meinen Horizont zu erweitern, auch wenn ich noch keinen blassen Schimmer habe, in welche Stadt ich gehen werde, über Brücken, weiter bis zum fabelhaften Cornwall Park. Ich war ganz alleine, so konnte ich auch selbst entscheiden wo ich hingehen, was ich machen und sehen wollte. Ein jener anderer hätte sich vielleicht einsam oder verloren gefühlt, aber irgendwie genoss ich es nicht in einer der Tourigruppen umherzurennen. Im Gegenteil, wo es mir gefiel, da blieb ich auch mal eine Weile länger. So auch im Cornwall Park. Ich lief ganz hoch bis zum Lookout auf dem dem One Tree Hill. Nach einer politischen Attacke auf diesen einen Baum ziert nun ein Denkmal die Stelle. Von dort aus hat man einen sagenhaften Blick über die ganze Stadt, während man selbst  umzingelt von saftig grünen Wiesen, grasenden Schafen und Vulkangestein gar nicht weiß, wo man hinschauen soll, da es so schön aussieht. Für mich hatte das alles ein irishes Ambiente. Seit Wochen lief ich endlich wieder barfuß. Kennt ihr das Gefühl nach einem langen kalten Winter zum ersten Mal wieder barfuß zu laufen? Es kitzelt ein wenig, fühlt sich aber nach purer Freiheit an und da es hier in NZ keine wirklich giftigen Tiere mehr gibt, konnte ich das auch getrost und ohne Bedenken tun. Es war wie einer der ersten Frühlingstage, genau so fühlte es sich an. Dabei war hier doch Herbst! Laub lag auf den Straßen und trotzdem hatte es den Anschein, als würde es bald Sommer werden. Ich erinnere mich noch gut an den australischen Frühling, der wiederum fühlte sich eher an wie Herbst, mit seinem kalten Wind und der schwachen Sonne. Verrückt, es ist nun einmal alles verkehrtherum hier am anderen Ende. 

verrückt..!!




Domain Auckland
Lunch :)


Cornwall Park





meine treue Begleiterin!


Ich hatte heute einige Zeit um nachzudenken und erst jetzt fiel es mir auf: Ich war ja gar nicht mehr in Australien! Oh mein GOTT! 6,5 Monate waren vorbei, ich werde nicht mehr zurückgehen (Das heißt natürlich vorerst!)! Irgendwie machte es mich traurig, hatte ich da vielleicht die beste Zeit meines Lebens, und zugleich war ich wahnsinnig glücklich und stolz! Jetzt sollte das eigentliche Abenteuer ja erst losgehen! 2 Monate Neuseeland mit fast keinem Dollar in den Taschen! Morgen werde ich anfangen zu trampen. Vielleicht mit etwas Muskelkater nach dem 8-Stunden-Marsch heute. 
Wie ich das anstelle? Ich habe absolut, wie immer, keinen Plan! :)

p.s. der zweite host hat sich jetzt gemeldet...vielleicht komme ich auf sein Angebot zurück, wenn ich zurück nach Auckland komme... 

Sonntag, 30. März 2014

Ich sehe ROT

Nachdem ich am Dienstagmorgen etwas verdattelt aus dem fabelhaften Indian Pacific ausstieg, traf ich Saga, die mich am Bahnhof abholte. Sie ist eine Junge Schwedin, lebt aber schon seit 7 Jahren in Berlin und arbeitet dort als Stage Designerin. Wir entschieden uns dafür in Englisch zu kommunizieren. Eingemummelt in Hoodies und Poncho stand sie da, es war wirklich alles andere als warm. Gut, es war auch 7 Uhr morgens. Da wir beide noch nichts gefrühstückt hatten, kehrten wir im goldenen M ein. Dort stärkten wir uns und bequatschten die Route für die nächsten 5 Tage. Satt, aufgeregt und voller Tatendrang starteten wir los, zu erst nach Port Augusta. Da wir in einem kleinen blauen Auto, the blue danger!, wohnten und reisten, jedoch keinerlei Campingequipment besaßen, organisierten wir alles was nötig war in einem Secondhand-Shop. Für schlappe 10 $ bekamen wir einen Topf mit Deckel, 2 Porzellanteller+Tassen+Schalen, Besteck, 2 Tupperschüsseln und eine warme Decke. Die 2 alten Damen waren glücklich uns geholfen zu haben und wünschten uns einen guten Trip. Noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen und schon konnte es losgehen. Ich war dran mit Fahren. Okay, keine Panik! So schwer wird es schon nicht sein! Wie früher in der Fahrschule lotste Saga mich aus der Stadt zurück auf den Highway, es fühlte sich zwar sehr komisch an, aber es funktionierte! Man muss tatsächlich nur komplett andersherum denken. Auf geht's nach Coober Pedy! Auf dem Weg sahen wir die Flinders Ranges, machten hier jedoch keinen Stopp, da wir ein wenig unter Zeitdruck standen. Am frühen Abend erreichten wir das Tagesziel, eine kleine Stadt, nicht viel los, gemütlich und ruhig. 

äähm...oookay!
Wir suchten einen Platz zum übernachten und fanden Riba's Underground Camping. Underground Camping? Ja genau, Camping unter der Erde! Wie cool ist das? Als wir ausstiegen, um uns ein "Zimmer" zu buchen, bemerkten wir zum ersten Mal diese lästigen Fliegen. Wenn man es nicht selbst erlebt hat glaubt man es auch gar nicht! Sobald wir einen Fuß aus der Tür setzten, saßen gleich 50 Fliegen auf uns und sie bevorzugen es in Nase, Mund, Augen und Ohren zu krabbeln! Ich glaube es ist nicht übertrieben wenn ich sage, dass diese Fliegen das Anstrengendste und Lästigste waren, was ich je erlebt habe! Anyway...wir gingen zur Rezeption, wo uns ein netter älterer Herr empfing, checkten ein und schauten uns an, wo wir die Nacht verbringen würden. Durch einen langen Gang wurden wir in ein unterirdisches Labyrinth aus Höhlen und Gängen geführt. Löcher in der Decke brachten ein wenig Tageslicht in's Dunkeln. An den Wänden hingen Lampen, die zusätzliche Lichtquellen boten. Es war warm dort unten. Und irgendwie ein wenig gruselig. 

der Weg zum Underground Camping :)

Saga ging vor und erforschte, ich folgte ihr. Es gab sogar richtige Zimmer, die kosteten allerdings ein wenig mehr, wir leisteten uns eine Höhle. Plötzlich kam etwas auf uns zugeflogen! Eine Fledermaus! Wir zuckten kurz zusammen, erkannten, dass die Situation harmlos war und lachten uns schlapp! Okay, vielleicht sollten wir hier unten trotzdem im Zelt schlafen, just in case! 

Als wir alles aufgebaut hatten, gönnten wir uns ein Feierabendbier auf blue danger's Kofferraum, gemütlich auf einer Decke, 3.749 Fliegen schlossen sich uns an, ohne dass wir sie eingeladen hatten. Desto dunkler es wurde, desto besser wurde es mit diesen kleinen Quälgeistern und nach Sonnenuntergang hatten wir endlich unsere Ruhe. Wir hatten noch gar nichts gegessen, also suchten wir die Küche auf und hatten ein vorzügliches Dinner (man beachte den Schriftzug: MAN SIZE)! 

Wir saßen noch eine Weile draußen und schauten uns den unglaublichen Sternenhimmel an! Schade, dass man davon kein Foto machen konnte! Es waren nur Saga, ich, blue danger, der Mond und 1.000.000 Klitzersterne am Himmel, um uns herum nichts außer Wüste und ein paar Sandsteinhügel. Irgendwie hatte es ein bisschen was von the hills have eyes! :D
Am nächsten Morgen starteten wir früh los, es war schweinekalt! Typisch für die Wüste! Kalt in der Nacht und kochendheiß am Tag. 730k und einem Alkoholtest am frühen Morgen bei einer Straßenkobtrolle später kamen wir in Yulara an. Hier stand er also, der große rote Stein! Ayers Rock, finally! Für 25$ kauften wir uns einen 3-Tagespass. Wir waren komplett überwältigt von Größe, Form und Farbe dieses Kolosses! Zunächst schauten wir uns ein wenig um, kämpften mit der Fliegenplage, erkundeten das Culture Center, wo wir 2 geschenkte Sandwiches und einen superleckeren Reissalat hatten und fuhren dann zu einem Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang zu sehen. Die Idee hatten noch einige andere Leute. In einer langen Schlange standen sie auf dem Parkplatz aneinandergereiht, wie bei Aldi an der Kasse und warteten auf das große Spektakel. Saga und ich dagegen machten es uns bequem, saßen auf der Motorhaube und genossen unser Feierabendbier, das wurde zum Ritual! Es war eine wahnsinnig schöne Atmosphäre, Temperatur als auch das Licht der Wüstensonne waren warm und schön. Ein paar Hippies saßen auch auf ihrem Campervan und machten das Bild perfekt. Die Sonne ging langsam unter und tauchte den großen roten Stein in noch mehr Farbe, es war magisch! 

Cheeers !! :)



Als es dunkel wurde checkten wir im Ayers Rock Resort ein. Eine ganze Weile saßen wir noch auf der Motorhaube und starrten in den Sternenhimmel, entdeckten versteckte Sternbilder, es war perfekt! Da es nachts sehr kalt wurde, schliefen wir im Auto.
Um 06:30 Uhr in der Frühe klingelte der Wecker. Nichts wie aufstehen, der Sonnenaufgang wartet nicht! :)

Zwar war es eiskalt, aber es lohnte sich! Nachdem die Sonne langsam aber sicher Richtung Zenit wanderte, gingen wir zum Auto, um uns umzuziehen. Am Auto trafen wir diesen kleinen Kerl. 
Ein Dingo auf der Suche nach einem Happen Frühstück. 
Zwar kamen wir uns in unseren Outfits etwas doof vor, es war aber absolut notwendig, da die Fliegen und die Hitze uns andernfalls in den Wahnsinn getrieben hätten. 
In 2 Stunden liefen wir einmal um den Uluru herum, schauten uns die vielen Fassaden an, sahen verschiedenste Figuren in den Felsformationen, unter anderem Shakespeare, eine trampende Ente, einen Nasenbär und ein Stück Schweizerkäse! Wir hatten eine Menge Spaß, obgleich es recht anstrengend war die 10.6k in der Hitze zu bewältigen. 





Zwar ist es möglich auf den Uluru zu klettern, wir entschieden uns allerdings dagegen, da es ein secret place ist und wir die aboriginal culture respektieren wollten. Nach dieser sportlichen Einlage fuhren wir weiter zu the Olga's (Kata Tjutawo) wir lunch und einen kurzen power nap hatten. Danach liefen wir den track entlang, über Stock und Stein und über Brücken. Der Zwischenraum zwischen den Felsen wurde schmaler, wir testeten das Echo! :) 
Olga's von Weitem

Uluru von Kata Tjuta aus





die müden Füße ausruhen...

Total glücklich und zufrieden kehrten wir zum Auto zurück, drehten die Musik voll auf (es ist zu gut, dass wir genau den gleichen Musikgeschmack haben!) und fuhren nach Curtin Springs, einem kostenlosen Campingground auf einer Rinderfarm. 
blue danger!



Dort schlugen wir erneut unser Lager auf, trafen ein nettes couple, sie aus Deutschland, er aus Neuseeland, beide unterwegs seit 11 Monaten, wir unterhielten uns eine Weile. Bevor die Nacht einbrach hatten wir Dinner, Spaghetti aus der Dose und Bier, ein wahres Festessen! Den Tag ließen wir genauso ausklingen, wie die Abende zuvor. Sternenhimmel, Bier, ein paar leise Gespräche und 3 Sternschnuppen. Ich wünschte mir etwas. 
Am nächsten Morgen wurden wir von einem sehr seltsamen Geräuch geweckt. Tock, tock, tock...was ist das? Wir nahmen die Tücher von den Fenstern, die wir als Lichtschutz aufgehangen hatten und trauten unseren Augen nicht! Ein Emu versuchte blue danger aufzufressen! Das 1,50 Meter große Federvieh pickte auf der Motorhaube herum und schaute uns mit seinen roten Augen total blöd an, als wolle es sagen: "Freunde, wo bleibt mein Frühstück?! Ihr seid spät dran!" Das war vielleicht eine Überraschung! Da wir sowieso aufstehen mussten, traf sich das ganz gut. Ab unter die Dusche! Dort stellte ich fest, dass ich Trottel all mein Shampoo, Seife etc. habe in Coober Pedy stehen lassen. Good job...Zum Glück fand ich noch ein Pröbchen Seife, dass mir Basti im Hotel geschenkt hatte. Nachdem wir wieder frisch waren lud uns das couple vom vorabend zum tea & biscuits ein, die beiden sind wirklich zu lieb! Wenn ich einmal in ihrem Alter bin, möchte ich ganz genau so sein! Das wichtigste Leben: Glücklich sein! Es war richtig schön zu sehen, wie die beiden leben. In ihrem 4WD mit roof tent und allem, was ein Camper braucht. Leon's Eltern wohnen immer noch in Neuseeland, er gab mir Adresse und Telefonnummer, ich sollte mich einfach bei ihnen melden, wenn ich Hilfe brauche! Ist das zu fassen? So lieb! Schon der Kiwi in Darwin war so nett und sagte mir ich solle doch seine Mum in Neuseeland besuchen, sie freue sich immer über Besucher! 
Wir verabschiedeten und brachen auf zum Kings Canyon. In der Mittagshitze kamen wir an, füllten unsere Wasserflaschen auf und machten uns auf die Socken, 6k Wanderung stand uns bevor. Die ersten 2k waren richtig anstrengend, aber dann waren wir oben und es war unbeschreiblich, ein Ausblick, den wir so nicht erwartet hatten! 




Eigentlich dachten wir nichts könne den wunderschönen Uluru toppen, aber ich muss sagen, dass mit KC besser gefallen hat, zumal man hier bedenkenlos herumklettern konnte und genau das macht mir unheimlich viel Spaß! :) Wir badeten im garden of Eden, philosophierten über Felsformationen, freuten uns über jedes schattige Plätzchen und freuten uns über jedes Echo, das erst in den tiefen der Schluchten verschwand und dann in 3facher Lautstärke wie ein Bumerang zurückfederte. Ich fühlte mich wie King Lui in der Affenstadt! :D









Kämpfernatur! :)
Als wir blue danger erreichten waren wir glücklich und total ausgehungert. Wir hatten uns eine Pause verdient, rasteten auf der Motorhaube und verschlangen eine ganze Packung Cracker auf einen Schlag. (Mama, erinnerst du dich an unseren Ausflug zum Mont Ventaux und meinen Fressanfall, als wir wieder unten im Tal ankamen? Ungefähr so kann man sich das Ganze vorstellen!) Mit neuer Energie bezwangen wir noch einmal den Highway und erreichten kurz vor Sonnenuntergang Mt. Ebernezer, ein Roadhouse in the middle of nowhere. Wir freuten uns wahnsinnig über eine Dusche und den weltbesten Burger, 8cm hoch und ein pure Geschmacksexplosion! 

:))))))))

Der Burger des Jahrtausends. Während wir versuchten das Ding mit Händen und Füßen zu verspeisen, gesellten sich ein paar Trucker zu uns. Paul, Mick und die anderen hatten gerade Feierabend. Es war wie im Film, 2 Mädels vom anderen Ende der Welt, umzingelt von ein paar schwitzigen Truckern, die ihr Feierabendbier bei Sonnenuntergang in einem Roadhaus genossen, während die Motoren ihrer riesigen Road Trains am Straßenrand abkühlten. Wir unterhielten uns und verabredeten uns mit Cameron, einem jungen Australier, der hier seit 3 Wochen arbeitete, auf ein Bierchen nach seiner Schicht. Er ist Musiker aus Sydney und hier, um ein bisschen Geld zu verdienen, dass er hier im Nirgendwo sowieso nicht ausgeben und sich somit ein bisschen was zusammensparen kann. Er erinnerte mich optisch ein bisschen an Heath Ledger. Dooferweise hab ich kein Foto gemacht. In der Zwischenzeit hatten Saga und ich eine kleine Party mit blue danger unter sternenklarem Nachthimmel und einer angenehm frischen Briese Wind. Später saßen wir mit Cameron zusammen und schnackten bei XXXX, australischem Bier und Chips.
Tag 5 begannen wir sehr gemütlich, heute hatten wir keinerlei Grund zur Eile. Wir frühstückten wie üblich unser Toast ungetoastet mit Thunfisch, verabschiedeten uns von all den netten Roadhousemenschen und gurkten los. Diesmal nach Alice Springs. Um ehrlich zu sein, ich versprach mir nicht all zu viel davon. Kurz bevor wir die Stadtgrenze erreichten kam Saga eine verrückte Idee. Sie wollte sich 2 der Sternenbilder, die wir die letzten Nächte gesehen hatten, tattowieren lassen. Genau das tat sie auch! :D Es war zu cool! Den Nachmittag verbrachten wir in der Stadt und in der Laundry. 
Freunde, eeendlich konnte ich all meine Klamotten waschen, denn so langsam brach der Notstand aus! Socken hatte ich schon gar keine mehr und musste mir ein Paar von Saga leihen! Wir packten die nasse Wäsche und fuhren zum Stuart Camping Ground, mieteten uns einen Stellplatz für die letzte Nacht und hingen dort unsere Wäsche auf, während ein Duzend wunderschöner Papageien ein Bad am Rasensprenger nahmen und uns bei der Arbeit zuschauten. 
Gegen Abend fand ich endlich Zeit mal wieder zu skypen und zu erfahren, was es so Neues gab in good old germany. Dann sprangen wir schnell unter die Dusche und liefen die 2k in die Stadt, um dort unseren letzten Abend im Outback zu genießen. Bei Cider und Weißwein ließen wir die letzten Tage Revue passieren, als sich plötzlich Chris zu uns gesellte. Er war der Besitzer des gemütlich kleinen Restaurants mit Bar, in dem wir gerade saßen. Lässige Klamotten, ein Hut und Brille, ursprünglich aus Melbourne, er machte einen sehr coolen Eindruck. Auch der Barkeeper Tom war ein total netter Kerl, ein Engländer. Das Restaurant schloss, Chris lud uns ein mit ihm auf eine Party zu kommen. Na klar, wieso nicht? Ein Freund von ihm, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, kam mit uns. Er war Feuerwehrmann, geschieden, hasst seine Exfrau über alles und lebt mit seinem Hund seit 4 Jahren hier in Alice. Im Januar brannte Haus nieder, ist das nicht ironisch? Die einzigen Wörter, die er auf deutsch sagen konnte, waren "Ein Bier bitte", "Danke!", "wunderbar" und "Arschloch!" Wir fuhren zu einem Haus. Noch bevor wir das Auto geparkt hatten, hörte ich Gitarrenmusik und Gesang aus dem Garten des Hauses, indem eine lässige Geburtstagsparty stattfand. Das Haus war der absolute Hammer und das schönste, was ich je gesehen hatte! Steinmauern in warmen Tönen, perfekt aufgeteilt, ein wenig mediterran und urgemütlich. Wir folgten den Jungs auf die Terrasse. Dort saßen eine Gruppe junger Hippies und machten Musik. Es war total schön! Chris spendierte uns Getränke aus seiner Bar, wir setzten uns zu den anderen und erzählten über Gott und die Welt. Ich muss es noch einmal sagen: ES WAR SOO COOL!! Nach einer Zeit kamen auch noch Tom und all die anderen aus der Bar. All die Leute waren wie eine kleine Community, bestehend aus Leuten aus der Ganzen Welt, die sich hier mitten in der Wüste zusammenfanden, wie eine kleine Familie. Das war der perfekte letzte Abend! Alice Springs konnte doch schon einiges, wider Erwarten. 
Es wurde Zeit für uns zu gehen. Tom rief uns ein Taxi, er sagte Heimlaufen um diese Uhrzeit sei mehr als gefährlich! Gut, dass wir das zuvor nicht wussten! Also gönnten wir uns auch noch diesen Luxus und kehrten mehr als happy auf unserem Campingplatz ein. Chris sagte, er führe außerdem noch 2 Cafés in der Stadt, wir sollen doch am nächsten Morgen noch einmal vorbeischauen, das taten wir auch! Diese verrückten, coolen Leute! Erst feiern sie und schlagen sich die Nächte um die Ohren und um 7 Uhr morgens stehen sie "fit und munter" hinterm Tresen und servieren Kaffee und Frühstücksleckereien. Chris allerdings nicht, er war immer noch am feiern! :D Naja, wir mussten weiter, Tilly, der neue travelmate für Saga abholen und für mich ging es weiter zum Flughafen. Ihr wisst, was das hieß? Abschied...Diesmal fiel es mir wieder sehr schwer! Wir verstanden uns so gut und hatten eine unglaubliche Zeit im Outback. Es war wie mit einer großen Schwester zu reisen! :) DANKE SAGA, FÜR DIE GENIALE ZEIT! Wir sehen uns im Sommer in Berlin! :)
Am Flughafen hatte ich erst einmal breakfast und fing an meinem neuen Post zu schreiben. Ich war so darin vertieft, dass ich beinahe den final call für meinen Flug verpasste! Puh, Glück gehabt! :)
Jetzt sitze ich im Flugzeug, ziehe mir den Rock Channel rein und werde in 2 Stunden in Melbourne landen. Dort hole ich mein Gepäck bei Chris, dem Couchsurfing host, ab und werde mich am Abend im Woodduck mit Elena treffen! Ganz Recht, wir treffen uns noch einmal! Ist das mal cool oder was? Ich freue mich wie ein Keks!! An meinem allerletzten Tag, hier, in meinem geliebten Australien...

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